Für James Agee war Buster Keaton „der stummste aller Stummfilmkomiker“, Charlie Chaplins Antipode, der nie im Sprachfilm Fuß fassen konnte.
Der Kameramann zeigt ihn als Luke Shannon, einen glücklosen Fotografen, der sich kaum noch gegenüber seinen inzwischen filmenden Kollegen behaupten kann. Bis sich Luke schließlich in Sally verliebt, die bei der MGM Wochenschau arbeitet. Für seine Angebetete tauscht er seinen Fotoapparat gegen eine Filmkamera und bemüht sich um eine Stelle als Kameramann, die er auch bekommt.

In bester Slapstick-Manier geht in seinem neuen Job einfach alles schief. Spektakuläre Verfolgungsjagden, ein chinesischer Bandenkrieg und ständige Auseinandersetzungen mit dem prototypischen dicken Polizisten sind nur einige der Widrigkeiten, mit denen der frischgebackene Kameramann zu kämpfen hat. Nach zahlreichen Missgeschicken, Unfällen, Malheurs und Beinahe-Katastrophen reißt sich Luke zusammen und rüstet sich zum Kampf um die Angebetete. Doch läuft das Date, welches ihm Sally schließlich gewährt, zunächst ebenfalls nicht wirklich nach Plan…

Keatons erster gemeinsamer Film mit der Produktionsfirma MGM enthält einige der wunderbarsten Sequenzen, die er je gedreht hat. Auch filmhistorisch ist „Der Kameramann“ von großem Interesse, da Keaton viele für seine Zeit spektakuläre filmische Techniken einsetzt. Augenzwinkernd kommentiert Keaton immer wieder die empfundene technische Schnelllebigkeit der Zeit, in der „die Bilder laufen lernten“.
Das Zebra freut es besonders auf den Besuch von Günter A. Buchwald, der die Vorführung musikalisch begleiten wird. Buchwald zählt zu den Mitbegründern der Stummfilmrenaissance. Seine Kunst, Filme gleichzeitig mit Klavier und Violine begleiten zu können, scheint einmalig zu sein.

Buchwald: „Film als Ereignis, Ort der Begegnung und des Gesprächs […]. Musik – live gespielt – gibt dem Film einen Hauch von realem Atem. Das ist keine Konserve, eingelegt Ware. Der Raum resoniert (Resonanz, dann Räsonanz), regt an, humanisiert.“