Scott Cooper zeichnet mit Crazy Heart ein filigranes Portrait mit großer Hingabe zum Detail. Dabei begleitet man den Kette rauchenden und dem Hochprozentigen nicht abgeneigten Countrysänger Bad Blake. Die Erzählung greift mitten auf seinem Weg vom verehrten, aber blasierten Star hin zu einem gebrochenen Mann ein. Dabei lebt Blake einen Traum. Mit Songs aus der Zeit seines kreativen Schaffens verdient er immer noch sein Geld. Einst gefüllte Hallen verkommen zu kleinen Clubs und Bars. Die Lieder griff er damals mitten aus dem Leben, motiviert sich jedoch nicht dazu, wieder zu schreiben.

Bei einem Gig in Santa Fe begegnet er der Journalistin und allein erzihenden Mutter Jean Craddock, die ganz nach seinem Sinne ist. Er verliebt sich in sie, schenkt der aufkeimenden Liaison jedoch weder Hoffnung noch engagiert er sich ernsthaft für die Zweisamkeit. Die vom Leben gezeichnete Jean gibt ebenfalls wenig auf den Sänger, dennoch bandeln beide enorm divergierenden Charaktere miteinander an.

Erst nach einem Unfall, Krankenhausaufenthalt und einem Vertrauensbruch gegenüber Jean vollzieht sich ein eklatanter Wandel Bad Blakes. Die Journalistin wendet sich vom Musiker ab und schafft seiner Kreativität so den melancholischen Nährboden. Blakes ehemaliger Protegé Tommy Sweet, der seinen Lehrer gemessen am Erfolg überholt, spielt dessen neuen Song in einer ausverkauften Halle. Begeisterung erfüllt die Menge nach Beendigen des Lieds und malt Zufriedenheit in die Gesichter von Songschreiber, vortragendem Musiker und dem Produzenten.

Den Film durchdringen die Themen Respekt, Resignation und Erfolg. Cooper führt dabei Glück wie Niederlage eng aneinander und bewegt die Handlung auf sehr dünnen Pfaden, die fortwährend zu kippen droht. Der Soundtrack flimmert mit whiskeygesäumter Kehle unmittelbar in die Gehörgänge. Die gelungene Synthese der Songs und des visuellen Arrangements bilden einen Sog, der den Betrachter unweigerlich in das Geschehen einfühlen lässt. Die Verfilmung des Romans von Thomas Cobb markiert das Regiedebüt Scott Coopers, das ihm zwei Oscars und zwei Golden Globes einbrachte.

Spieltermin: Freitag, 30. Juli / Rheinstrandbad Wir zeigen den Film in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Konstanz zum Thema Glück.

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