Besessenheit durch einen Gott oder eine Göttin, dämonische Wesen und gute Geister, aber auch ihre innerpsychische Sublimation als Leidenschaft, von der man nicht lassen kann, als Gefühl, das einen so intensiv verfolgt, dass man geneigt ist, ihm Personenstatus zuzuschreiben, ist weltweit verbreitet.

Diesem hochkomplexem Thema wurde letztes Semester ein Hauptseminar unter der Leitung von Professor Albert Kümmel-Schnur gewidmet, das vor allem der Frage nach dem Kino als besonderem Ort der Besessenheit nachging. Gerade im Dispositiv Kino setzen wir uns ganz bewusst den Passionen aus: immobil auf einem Sesselchen in einem dunklen Raum sitzend machen wir uns zu Patienten der visuellen Eindrücke, die uns als Projektion vermittelt werden.

In diesem Zusammenhang wurden vier Medienprojekte von teilnehmenden Studierenden ins Leben gerufen, die sich alle auf die eine oder andere Weise mit Besessenheit und Medialität auseinandersetzen.

Am 27.04.2010 um 20 Uhr werden diese Projekte erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert und wir laden alle Interessierten herzlich dazu ein, gemeinsam der Frage nach Besessenheit nachzugehen.