Als „Bergfest“ wird der Zeitpunkt der Mitte eines bestimmten, meist durch einen persönlichen Ereignishintergrund besonders geprägten Zeitabschnitts bezeichnet. Der betrachtete Zeitraum wird mit einer Bergbesteigung verglichen und kann auch als Wendepunkt beschrieben werden.

Und eine Wende findet auch im Leben Hannes und seines Vaters statt. Eigentlich wollten er und seine Freundin ein romantisches Wochenende in einer Berghütte in den Alpen verbringen, um ihre Verlobung zu feiern. Doch ihr Vorhaben wird durch Hannes Vater und dessen junger Freundin durchkreuzt, die die Berghütte ebenfalls als Liebesrefugium auserkoren haben. Vater und Sohn haben sich seit acht Jahren nicht mehr gesehen. Ihre Vergangenheit ist von traumatischen Erlebnissen überschattet, die nie zur Sprache kamen. Doch Hannes Verlobte Ann will genau diese Begegnung provozieren, da sie befürchtet, dass Hannes durch die verdrängten Ereignisse nicht so lieben kann, wie es ihm eigentlich möglich wäre.

Auf der kleinen Berghütte wird es schließlich unmöglich diese Vergangenheit auszublenden und so kommt es dort zur Austragung eines intensiven und berührenden Konfliktes, der mit Verbissenheit, Hass und viel Frustration einem Kampf zwischen zwei Generationen gleicht. Doch soll aus diesem Kampf kein Verlierer hervorgehen, sondern eine neue Kraft wachsen, die es beiden ermöglicht sich ihren Herausforderungen zu stellen.

Mit nur 50.000 Euro Budget verzichtete Florian Eichinger bewusst auf Fördergelder, um unabhängig bleiben zu können und nicht mehrere Jahre auf die Finanzierung zu warten. In nur zehn Drehtagen, mit einem Spielort und vier herausragenden Schauspielern erschafft er ein intensives Drama, das mit seinen Figurenkonstellationen eine eigene kleine Welt erbaut und den Zuschauer in die Position eines Zeugen rückt.

Es scheint als sei gerade durch die begrenzten Mittel ein Werk mit besonders eindrücklichen und hervorstechenden Andeutungen, Symbolen und Metaphern entstanden, das den Kinogänger mit viel Stoff zum Nachdenken versorgt. Der Regisseur Florian Eichinger wurde übrigens gebeten, die Vorstellung am Montag zu besuchen.