Fünfunddreißig Jahre sind vergangen seit das ZDF diesen Film ausstrahlte und erstmals deutsche Fernsehlesben ein Happy End feiern durften. Und doch scheinen Anna & Edith auf einem ganz anderen Planeten zu verweilen. In einer kaum fassbaren Explizitheit werden sie von ihren Ehegatten zur Schwangerschaft und von ihren männlichen Vorgesetzten zum Opportunismus aufgefordert. Nicht nur bei ihrer Arbeit in der Versicherungsgesellschaft, sondern auch danach in ihren Liebesbeziehungen sind Anna und Edith Angestellte.

Doch Anna (Barbara Stanek) hat von ihrem Mann genug und zieht zu Edith (Karin Siefart) auf die Couch. Diese pflegt eine Affäre mit Abteilungsleiter Schönherr (Henning Gissel). Jedoch transformiert sich das Verhältnis von Anna und Edith fast unmerklich für Kolleginnen, Zuschauende und irgendwie auch für sie selbst in eine Liebesbeziehung. Und so bleiben bei der Arbeit die Dinge ebenfalls nicht mehr beim Alten: Nach der privaten Trennung von Schönherr distanziert sich Edith beruflich zunehmend von ihm und unterstützt schließlich einen Arbeitskampf von Anna und den anderen Kolleginnen. Doch wird die Solidarität aller auf einen harten Prüfstein gestellt, als Schönherr versucht, mit einem Outing von Anna und Edith das gesamte Belegschaft gegeneinander auszuspielen.

Als queerer Meilenstein in der deutschen Filmgeschichte ist Anna & Edith unbedingt sehenswert. Wir freuen uns besonders, den belladonna e.V. (www.belladonna-konstanz.de) als Paten für diesen Film gewonnen zu haben.