Mihram ist Händler in einer ostanatolischen Grenzstadt, stolz auf seinen Erfindungsreichtum als Geschäftsmann und auf seine Unabhängigkeit vom lokalen Paten. Wenn der ihn fragt, wie er denn sein Ding gedreht habe, antwortet er keck: „Woher hat der Mond sein Licht?“ Vor allem seiner jungen schönen Frau Elif zuliebe, will er so gut es geht ehrbar bleiben. Zwar kann er kaum seine kleine Familie über Wasser halten, aber er wittert seine Chance im boomenden Markt für Mobiltelefone.
Um ins Vertriebsgeschäft einzusteigen, fehlt ihm nur noch die Verkaufslizenz – doch die ist unerschwinglich. Da bittet ihn die Ärztin des lokalen Krankenhauses einen dringend benötigten Impfstoff rasch, aber legal zu beschaffen. Zwar wird er bei
diesem Dienst eigentlich nichts verdienen, jedoch erhält er vorab das nötige Geld. Den Impfstoff will er in einer nahen aserbaidschanischen Stadt besorgen, wo er auch seinen Onkel Fazil besuchen möchte. Er weiß, dass dort in einer Fabrik Silicium gebraucht wird, das er hier günstig einkaufen kann. Also investiert er das ganze für den Impfstoff bestimmte Geld, um zwei Säcke Silicium zu kaufen und schnallt diese unter sein Auto, um sie so über die Grenze zu schmuggeln. Mihram reizt sein Glück hoch aus,
auch wenn sein griesgrämiger Onkel ihn bald händeringend davon abzuhalten versucht. Doch als er von dem waghalsig vermehrten Geld nun endlich auch den Impfstoff besorgen will, muss er feststellen, dass auch auf der anderen Seite knallhart nach den Gesetzen des Marktes gehandelt wird: Der reservierte Impfstoff ist bereits weiterverkauft. Nun beginnt Mihram,
in Begleitung seines jammerden Onkels, dem davoneilenden Glück hinterherzuhasten.
Der junge, vielen Cineasten und Zebra-Besuchern jedoch durch The Nine Lives of Thomas Katz und 37 Uses for a Dead Sheep bereits wohlbekannte englische Regisseur Ben Hopkins stellt hier eine fesselnde von Witz und Ironie gefärbte Parabel über Ehre und Freiheit in Zeiten des Kapitalismus auf und huldigt zugleich liebevoll der Türkei, ihrer Sprache und Musik.