„In unserer Zeit schweigt die Erfahrung mit dem Wahnsinn in der Ruhe einer Gelehrsamkeit, die den Wahnsinn, weil sie ihn zu gut kennt, vergisst.“
Mit dieser paradoxen Wendung charakterisiert Michel Foucault treffend eine unserer modernen Techniken der Zähmung von uns selbst, dem menschlichen Tier. Während der französische Philosoph (auch) gegen dieses Vergessen schreibt, bezieht Sandrine Bonnaire in ihrem beeindruckenden Regiedebüt filmisch und radikal subjektiv dazu Stellung.
Im Mittelpunkt der Dokumentation steht ihre Schwester Sabine, die mit einer milden Form des Autismus zur Welt kam. Nachdem sich Sabines Verhalten zusehends verschlimmert und kaum durch die bis anhin familiär geleistete Fürsorge aufzufangen ist, erfolgt die Einweisung in eine Anstalt. Die medikamentöse Behandlung verändert komplett ihre Persönlichkeit, Physiognomie, motorischen wie mentalen Fähigkeiten, so dass eine Rückkehr zum zuvor begrenzten eigenständigen Leben undenkbar wird.
Dieses erschütternde Schicksal konterkariert Sandrine Bonnaire durch ihren stets geduldigen und liebevollen Blick auf ihre Schwester.
Zusammen mit unseren Filmpartnern dem Paritätischer Wohlfahrtsverband Konstanz und der Lebenshilfe e.V. Konstanz, sowie dem Autor Alex Brauns, der selbst in seiner Kindheit autistisch war, wollen wir über den Umgang mit Autismus sprechen.
