Hedwig and the Angry Inch

„Don’t you know me, Kansas City? I‘m the new
Berlin Wall! Try and tear me down.“
So beginnt das furioseste Post-Punk/Neo-
Glam Musical unserer Zeit: mit einer abgefuckten
Punkrock Drag Queen, die einem schockierten
Spiesserpublikum in einem Fischrestaurant ihre
Lebensgeschichte erzählt.
Geboren als Hansel Schmidt in Ostberlin, lässt er eine
Geschlechtsumwandlung,die grotesk danebengeht (ein „angry
inch“, ca. 2 Zentimeter, bleiben von seinem
besten Stück zurück) durchführen, um unter dem
Namen seiner Mutter Hedwig einen GI heiraten
zu können, nur um ein Jahr später geschieden
und unglücklich in einem Trailerpark in Junction
City, Kansas zu landen, wo sie den Fall der Berliner
Mauer im Fernsehen mit verfolgen kann.

Mit dem naiven Tommy, den sie von seiner
Vorliebe für classic rock heilt, bildet sie ein Ike &
Tina ähnliches Duo – bis er ihre Songs stiehlt
und als Tommy Gnosis Stadien füllt. Mit ihrer
neuen Band „The Angry Inch“ verfolgt sie Tommys
Tour, und zwar stets in den Bilgewaters Fischrestaurants
um die Ecke, bis sich durch einen
Zufall ihr Blatt endlich zu wenden scheint.

Ebenso eklektisch wie Hedwigs Auftreten, Aussehen,
Geschlecht und Werk ist der Film selbst, der auf
unglaublich geschmeidige Art und Weise Musical,
Road movie, Liebesdrama, Satire, Konzertfilm
und Stand-up Comedy vereint.

Mit Hedwig schufen die Masterminds John
Cameron Mitchell, desssen grandioser Shortbus
letztes Jahr ebenfalls im Zebra Kino lief und
Stephen Trask (Autor der Songs und des Score,
Darsteller des „Angry Inch“-Gitarrristen Skszp) eine
unerhörte Rock Odyssee, die so bald von keiner
Queer Cinema-Sensation übertrumpft werden
wird. Könnte es einen besser geeigneten Partyfilm
geben, um das Queergestreift 2009 zu eröffnen?

➔ Spieltermine: Film und Party am 6.2. um
21:30 Uhr und 9.2. um 19.00 Uhr

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