Irgendwo, im argentinischen Teil Patagoniens, im
Nirgendwo, und im Sommer spielt diese Geschichte.
Lucas ist 15, lässt sich mit seinem besten
Freund Nacho durch die Gegend treiben,
fährt Rad, schreibt Lieder für seine Band, und
wartet und langweilt und sehnt sich. Die gleichaltrige
Andrea gesellt sich zu den beiden und die
drei werden Freunde, und mehr als Freunde, und
bleiben es doch. Was ist der Unterschied dabei,
wenn man ein Mädchen oder einen Jungen küsst,
fragt sich Lucas.

Eine ganz normale Coming of Age-Geschichte
könnte man denken. Aber auf wunderbare Weise
gewährt es der Film seinen Protagonisten in der
Schwebe zu bleiben, sich auf keine Rolle festzulegen.
Und zeigt, dass man sich, wenigstens
manchmal, wenigstens eine Weile lang, nicht entscheiden
muss. Denn der einzige Unterschied,
so beantwortet Lucas seine Frage, liegt darin,
dass die Jungen Bärte haben.

Filmisch überzeugt Glue durch einen ganz
selbstverständlichen Wechsel zwischen DV- und
Super-8 Bildern, die die patagonische Landschaft
in ein jederzeit abendlich rotes Licht tauchen. Ob
die Sonne immer so tief steht, das Blau ans Meer
erinnert und die Wolken wie seltsame Tiere am
Himmel kleben, oder ob das eben nur so aussieht,
wenn man diesen Sommer 16 wird, lässt
sich dabei schwer sagen.

Der mehrfach ausgezeichnete Debütfilm zeigt
die grandiose Ines Efron (Zebra-Besuchern aus
XXY noch in guter Erinnerung) in ihrer ersten Rolle
und erfreut mit einem Soundtrack mit Musik von
den Violent Femmes und Kimya Dawson.

? Spieltermine: 13.2. um 19 Uhr und 15.2. um
17 Uhr, 16.2. um 21:15 Uhr
12 Que(e)rgestreift