Beto lebt mit Frau und Tochter in dem verschlafenen Städtchen Melo im Nordosten Uruguays. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit waghalsigen Schmuggeltouren per Fahrrad über die brasilianische Grenze. Eines Tages gerät ganz Melo aus dem Häuschen. Papst Johannes Paul II. hat seinen Besuch angesagt und will seine Uruguay-Tournee ausgerechnet in dieser kleinen Stadt beginnen. Mehr als 50.000 Menschen werden zu diesem Ereignis erwartet, wissen die Medien zu berichten. Das dürfte nicht nur der Seele gut tun, da ist auch ein großes Geschäft zu machen.

Fortan haben die Einwohner von Melo nur noch eines im Sinn: der riesigen Volksmenge, die den Papst empfangen wird, Sandwichs und Getränke zu verkaufen. Beto hat jedoch eine bessere Idee: Er überlegt sich, vor seinem Haus ein kostenpflichtiges Klo zu bauen, weil er davon ausgeht, dass der eine oder die andere der 50.000 Besucher auch mal muss. Ehefrau Carmen und Tochter Silvia werden Türhüterin und Klopapier-Anreicherin spielen – hundertfache Rendite scheint sicher. Dann könnte Beto sich endlich ein Motorrad kaufen und Silvia in der Hauptstadt studieren. Aber schon der Bau des Toilettenhäuschens ist ein unerwartetes Abenteuer, das Beto an den Rand eines Nervenzusammenbruchs bringt. Und dann ist der große Tag des Papstbesuchs da…

El baño del Papa ist ein traurig heiteres Schelmenstück über den Traum kleiner Leute vom großen Reichtum, über ferngesteuerte Träume, die die Medien in die Hütten und Häuser tragen und an deren Ende enttäuschte Hoffnungen und der Verlust des Ersparten stehen. Dabei hält der Film die Balance zwischen Satire und sozialem Drama, menschlich und mit schwarzem Humor, aber auch mit einem ganz eigenen Rhythmus und durchkomponierter Bildgestaltung.

Die beiden Regisseure beschreiben mit Finesse und authentischen Bildern den Alltag in der lateinamerikanischen Kleinstadt. Gleichzeitig reflektiert der Film über die Macht der Fernsehbilder, die in dieser Geschichte weit stärker sind als jene der Kirche. So ist diese stille Komödie mehr als nur ein kritischer Blick auf das „Großereignis Papstbesuch“.