Das Familiendrama Drei Affen beginnt nachts auf einer Landstraße mit einem schrecklichen Unfall und einer Fahrerflucht. Es folgen ein falsches Geständnis, neun Monate Haft und eine verhängnisvolle Liebschaft.

Dies ist der Sprengstoff, mit dem Nuri Bilge Ceylan das ruhige Leben einer türkischen Familie zum implodieren bringt. Setzen andere Filme in solchen Konflikten meist auf Eskalation, versucht es Ceylan mit dem Mantra „nichts sehen, nichts
hören, nichts sagen“ und liegt damit genau richtig. Ceylan betrachtet mit seinem neuesten Film das wortlose Scheitern einer dreiköpfigen türkischen Familie, hervorgerufen durch den Versuch, auftretende Probleme und Schwierigkeiten
durch Kommunikationslosigkeit zu lösen und dem daraus folgenden, existentiellen Drama des menschlichen Ausgeliefert-Seins.

Zu seiner Intention sagt Nuri Bilge Ceylan: „Schon seit meiner Jugend interessiert, fasziniert und erschreckt mich die unglaubliche Bandbreite der menschlichen Psyche (…) das ist einer meiner größten Beweggründe, Filme zu drehen, um unsere innere Welt, die rational nicht erklärbar ist, zu verstehen.“
Nuri Bilge Ceylan ist es meisterhaft gelungen, einen Film zu drehen, der auf unnötiges Beiwerk verzichtet und sich ganz auf das Wesendliche konzentriert: den zwischenmenschlichen Konflikt. Er macht diesen Konflikt durch den spärlichen
Einsatz von Dialogen und dem dafür umso hervorgehobeneren Ton und dem Ausdruck der Bilder, zum emotionalen Erlebnis für den Zuschauer.

Für seine hervorragende Arbeit wurde Nuri Bilge Ceylan bei den Filmfestspielen in Cannes 2008 mit der goldenen Palme für die beste Regie ausgezeichnet.

? Spieltermine: 29.5 bis 8.6.