…Eat your heart out on a plastic tray
You don’t do what you want
Then you’ll fade away
You won’t find me working
Nine to five It’s too much fun a being alive
I’m using my feet for my human machine
You won’t find me living for the screen
Are you lonely all your needs catered
You got your brains dehydrated…
– Auszug aus “Problems”, Sex Pistols

Dies könnte der Soundtrack von einigen Jugendlichen aus Schmalenstedt, einer verschlafenen Kleinstadt in der Holsteinischen Schweiz, im Sommer 1984 sein. Malte Ahrens heisst jetzt Roddy Dangerblood, bricht die Schule ab und fängt gezwungener Maßen eine Töpferlehre an.
Das eigentliche Leben spielt sich woanders ab, in der Punk-Clique mit Fliegevogel, Flo, Sid, Piekmeier und Günni.

Die Sex Pistols und andere Vertreter der Jugendbewegung aus dem London der 70er Jahre sind Götter für die sechs Freunde. Sie übernehmen deren Lebensstil, provozieren die spießigen Bürger der Kleinstadt, prügeln sich mit Jungbauern, tanzen in der Dorfdisko Pogo und suchen nach der Liebe – dabei ist Dosenbier ihr ständiger Begleiter.

Als logische Konsequenz kommt bald die Idee auf eine Punkband zu gründen. Die jugendliche Freiheit scheint grenzenlos zu sein – es ist alles möglich!
Nach einigen Proben im Keller und täglich wechselnden Bandnamen müssen die Dorfpunks feststellen, dass sie ohne Talent und harte Übung nicht die zweiten Sex Pistols werden können.
Unterdessen wird von allen Beteiligten in Schmalenstedt die Frage gestellt: „Ist das Punk?“. Die Frage spiegelt die Identitätssuche der Jugendlichen wieder, die für dieses Alter natürlich ist. Roddy Dangerblood lernt den Barman Paul Mascher und seine umfassende Plattensammlung kennen. Er erkennt, dass das Punk-Prinzip „No Future“ für ihn nicht (mehr) in Frage kommt und macht den ersten Schritt in eine neue, selbstbestimmte Form der Freiheit.

Als Vorlage zum Film dient selbstverständlich Rocko Schamonis zweiter, angeblich autobiografischer und sehr erfolgreicher Roman „Dorfpunks“. Dorfpunk klingt nach der provinziellen Ableitung des Punk: Die Politik spielt keine Rolle, es reicht sich mit kaputter Montur und Lederjacke zu zeigen. Aber um auf das alternative Verhalten aufmerksam zu machen, muss im Dorf mehr gesoffen werden.