Die Filme des britischen Künstlers Derek Jarman
(1942–1994), der zu den berühmtesten
Filmemachern des britischen Independent-
Kinos gehört, drehten sich oft um geschichtliche
Episoden in England und Europa und waren geprägt
durch einen experimentierfreudigen, mutig
kritischen und betont unkonventionell antinaturalistischen
Stil, der in seiner Verbindung von
Licht, Farbe und Bildern oft an Malerei erinnert.

Im Jahr 1976 erschien Jarmans erster Langfilm
Sebastiane, der als erster britischer Film die
Homosexualität in positiven Bildern darstellt.
Jarman reagiert auf politisch-gesellschaftliche
Diskriminierung der Homosexualität
sowohl mit öffentlichen Protesten als auch mit
einer gesteigerten Behandlung dieses Themas in seinen
Filmen, wie Edward II (1991) oder Wittgenstein
(1993). 1986 wird bei Jarman AIDS diagnostiziert,
wodurch er später allmählich erblindet.
Dennoch inszeniert er den Film Blue (1993), eine
Art Hörfilm aus blauer Leinwand
und poetischen Erzählungen – Jarmans Auseinandersetzung
mit AIDS aus seiner „Sicht“.

Derek ist ein Dokumentarfilm über das Leben
und Denken Jarmans. Private Bilder, Archivmaterial,
Super-8-Filme, Ausschnitte aus seinen
Filmen und Musikvideos sind verwoben mit dem
von der Schauspielerin Tilda Swinton gelesenen
Brief Letter to an Angel, ein eindringlicher Text,
geschrieben von Swinton an Jarman, als dieser
schon acht Jahre verstorben war, und einem bislang
unveröffentlichten Interview von Colin Mc
Cabe mit Jarman, in dem der tödlich erkrankte
Regisseur auf seine Arbeiten zurückblickt.
„Der Film ist kein biografischer Nachruf auf einen
verstorbenen Künstler. Im Gegenteil: mit viel Liebe,
Herz und Entschlossenheit werden die Ideen
Jarmans und seine gemeinschaftsbildende Art
Filme zu machen wieder in die Gegenwart geholt.“
(Andreas Tai, 2008).

? Spieltermine: 8.2 und 10.2. um 21:15 Uhr