Wie bei seinen Vorläufern nehmen in Burn After Reading, dem vorerst letzten Teil der inoffiziellen „Idioten-Trilogie“ der Gebrüder Coen, schnell kuriose Episoden und unerwartete Wendungen überhand und heben Genre-Konventionen völlig auf.

Neben der tragenden Rolle des äußerst charmanten, doch überaus nervösen und recht einfältigen Regierungsbeamten Harry Pfarrer, wimmelt es auch hier nur so von schrägen Figuren, deren sonderbare Macken und abstrusen Interaktionen die Handlung des Films bestimmen. Zum einen fällt den etwas beschränkten Fitness Club Angestellten Chad und Linda eine CD mit den Memoiren des Ex-CIA Analysten Osbourne Cox in die Hände. Das große Geld witternd, versuchen sie sich im nicht sehr erfolgversprechenden Spiel der Erpressung und scheitern dabei grandios an ihrer eigenen Unfähigkeit.

Der eitle Trottel Pfarrer hingegen ist von ganz anderen Sorgen geplagt. Er muss seinen Verfolgungswahn und zahlreiche Affären, unter anderem mit Cox Ehefrau, raffiniert koordinieren.

Die Komplikationen, die sich im Lauf der Handlung ergeben, sind bald so weitreichend, dass sogar die russische Botschaft und die CIA in die Affäre gezogen werden. Diese haben dann auch zur Folge, dass einige der Beteiligten ein äußerst brutales Ende finden…
Man sollte ja meinen, die US-Geheimdienste hätten besseres zu tun, als die harmlosen Bürger Brooklyns zu überwachen, aber genau darauf zoomt der Satellit.
Alles in allem das perfekte Rezept für eine endlose Eskalation: Alle wissen, dass irgendwas los ist, aber niemand kapiert was. Und am Ende zoomt der Satellit wieder aus dem Geschehen heraus – keinen Deut klüger, aber gewiss sehr belustigt.

Nach ihrem pechschwarzen Thriller No Country For Old Men erlebt man in dieser durchgeknallten Krimikomödie die Coen-Brüder wieder einmal in Hochform: amüsant, unberechenbar, eigenwillig und irgendwie zugleich hochphilosophisch und dabei doch so nichtssagend.