„Berlin is in Germany“ ist der Debütfilm des im Zebra Kino schon bekannten Regisseurs Hannes Stöhr (Berlin Calling). Dieser Film beschreibt auf sensible Art ost-westdeutsche Befindlichkeiten ohne klischeehaft zu werden. Dies wird unterstützt von offenen, direkten und ungeschönten Hauptstadtbildern. Berlin is in Germany wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2002 mit dem Deutschen Kritikerpreis in der Kategorie „Bester Film“.

Brandenburg 1989: Martin wird kurz vor der deutschen Wiedervereinigung wegen Totschlags im Affekt zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Freilassung erlebt er „seine“ Wende zur Zeit der Jahrtausendwende. Mit 800 Westdeutschen Mark und einem Zugticket reist er hoffnungsvoll nach Berlin, mit dem Ziel, seinen Sohn Rocco, den er noch nie zuvor gesehen hat, und seine Frau Manuela zu treffen. Die Haupstadt ist für Martin nicht wieder zu erkennen: Berlin ist jetzt eine einzige Baustelle, die Mauer und der Sozialismus verschwinden tief in der Erde unter dem Gewicht der neuen Gebäude. Der Protagonist kann die neuen Bahnautomaten nicht bedienen, die doppelte Freiheit kennt er nur aus dem Fernsehen. Symbolisch begleitet ihn das Fernsehgerät auf seinen Entdeckungsreisen.

Manuela lebt schon seit vielen Jahren mit einem anderen Mann zusammen – dieser erfüllt auch die Rolle des Vaters von Rocco. Martin besucht betrunken die Familie, Freunde aus Süddeutschland sind zu Gast und fragen den armen Mann, wie es denn damals war, als die Mauer fiel, wie und wo er denn das erlebt habe.
Er trifft auch einige seiner alten Freunde wieder, darunter den Taxifahrer Enrique, der ihm mit seinem Optimismus und Salsamusik den Weg in ein neues Leben zeigt. Der Ex-Mithäftling Viktor bietet ihm einen Job in seinem Nachtklub an, nebenbei wird für die Taxifahrerlizenz gepaukt – Rocco soll‘s mal besser haben. In der Prüfung wird Martin mitgeteilt, dass er als ehemaliger Strafgefangener die Lizenz auf keinen Fall bekommt.
Eine weitere, noch tragischere Wendung tritt ein: Er wird verhaftet, weil Viktor in seinem Laden nicht nur Privattänze anbietet.