Zusammen ist man weniger allein

Der stotternde und depressive Philibert (Laurent
Stocker) verbringt sein einsames Leben als
Postkartenverkäufer in Paris. Das viel zu große,
altertümlich eingerichtete Appartement, das er
vorübergehend bewohnt, gehörte seiner verstorbenen
Großmutter. Zwischen antiken Möbeln,
Leuchten und Gemälden verbringt er seine Zeit
so, dass er möglichst wenig Kontakt mit der
Außenwelt pflegen muss. Für Abwechslung in
Philiberts trostloser Eigenwelt sorgt nur sein
Untermieter Franck (Guillaume Canet), der als
Koch arbeitet und leidenschaftlich gerne Motorrad
fährt. Der rüpelhafte und oft gereizte Franck erkennt
sein eigenes, von Einsamkeit geprägtes
Leben zunächst nicht an. Kaum endet sein
Arbeitstag in der Küche eines Großrestaurants,
vertreibt er seine Freizeit mit oberflächlichen
Frauengeschichten oder fährt mit seinem
Motorrad durch die Gegend. Die einzige Person,
zu der Franck Zugang findet, ist seine Großmutter
Paulette (Françoise Bertin), die nach einem Unfall
im Altersheim leben muss und die Franck oft besuchen
geht. Eines Tages tritt die junge magersüchtige
und ebenfalls einsame Camille (Audrey
Tautou), die abends in Büros als Putzfrau arbeitet
und in jeder freien Minute gerne zeichnet, in das
Leben der beiden Männer und wirbelt dieses gewaltig
auf.
Zusammen ist man weniger allein ist eine
charmante Komödie über die Liebe, die
Sehnsucht, den Zufall und das Glück. Ein modernes
und turbulentes, mit zärtlichem Humor erzähltes
Großstadtmärchen, in dem das Träumen
noch Anklang findet. In seinem Film begleitet der
französische Filmemacher Claude Berri die vier
Hauptfiguren, die alle reinen Herzens sind, auf eine
beschwingte, fröhliche und sensible Weise
und mit einer unbestreitbaren Empathie auf ihrer
Suche nach Erfüllung. Vor allem Laurent Stocker
ist bewegend in der Rolle eines großen
Schüchternen, der seine Bestätigung durch das
Theaterspielen findet. So erscheint von Zeit zu
Zeit ein Film wie dieser auf den Leinwänden, dessen
Einzigartigkeit in etwas zu bestehen scheint,
das selten geworden ist: Nämlich darin, dass er
glücklich macht.

➔ 27.05. an der Universität Konstanz in
Kooperation mit dem AstA- Kino und dem
zwofuffzich kino (bei Regen im Audimax)