Pi

Der paranoide New Yorker Mathematiker Max Cohen (Sean Gullette) ist fest der Ansicht, in der Kreiszahl Pi den Schlüssel zum Weltverständnis entdeckt zu haben. Die Wahrnehmung der Welt beruht für den verschlossenen, aber rastlosen Exzentriker auf der These, alles in der Natur könne durch Zahlenverhältnisse ausgedrückt werden. Die Mathematik sei die Sprache der Natur und in dieser numerischen Struktur entstünde immer die selbe Form: eine Spirale. In der völligen Abgeschiedenheit seines kleinen Apartments arbeitet er mit Hilfe seines selbst gebauten Computers E uclid besessen daran, vorhersehbare Muster in den Kursdaten der Börsen zu entdecken. Als er bei seinen Forschungen scheinbar zufällig auf eine 216-stellige Zahl stößt, die er zunächst für unbedeutend hält, gerät Max zwischen die Fronten von machthungrigen Börsenmaklern, die Cohens Erkenntnisse für ihre eigenen Zwecke nutzen wollen, und einer Gruppe kabbalistischer Juden, die glauben, die Zahl enthalte den wahren Namen Gottes. Geplagt von rasendem Cluster-Kopfschmerz, der regelmäßig zu Totalausfällen führt, verliert der unter alptraumhaften Halluzinationen leidende Mathematiker immer mehr die Kontrolle über sein Leben.


Die subjektive Wahrnehmung als ein zentrales Stilmittel zwingt dem Zuschauer förmlich die Identifikation mit Cohen auf. Sowohl die grobkörnige und kontrastreiche Schwarzweiß-Bilderwelt, als auch die metallischen Breakbeats auf der auditiven Ebene, porträtieren auf eindrucksvolle Art und Weise den konsequenten Absturz des Genies in den Wahnsinn.
Cohens Blick in die Sonne, Sinnbild für Platons Idee des Wahren, Guten und Schönen, sein Versuch das Wesen des Seins zu greifen, hinter die Schatten zu blicken, welche nur eine Wahrheit vortäuschen, ist zum Scheitern verurteilt.


Die New York Times bezeichnete Aronofskys vielumjubelten Spielfilmdebüt als einen „bizarren und scharfsinnig paranoiden Thriller.“ Laut dem Time Out New York ist Pi „intelligent genug, Ihr Gehirn zu martern, ob mit oder ohne Drogen.“

Das ZEBRA Kino zeigt Pi im Rahmen des Jahres der Mathematik.