Paranoid Park

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Alex (Gabe Nevins), ein engelsgleicher Highschoolschüler, dessen große Liebe nicht Jennifer (Taylor Momsen), sondern der devianten Skatekultur und ihrem Lebensgefühl gilt, die für ihn und seinen besten Freund Jared (Jake Miller) insbesondere durch den East Side Skateboard Park (aka Paranoid Park) verkörpert werden: ein verlassener Ort zwischen Willamette River und dem weit verzweigten Schienennetz des Industriegebietes von Portland, Oregon, den streunende Skater besetzten und in ein Rampenparadies verwandelten. Eines Abends ist er dort ohne Jared unterwegs, lernt ein paar ältere Fahrer kennen und geht mit ihnen Güterzug surfen. Dummerweise werden sie von einem Sicherheitsmann beobachtet, der die Verfolgung aufnimmt. Das Unglück nimmt seinen Lauf…
Eine der großen Stärken des Films liegt nun in der Aufsprengung der erzählerischen Chronologie dieser Geschichte, so dass einerseits eine kriminalistische Spannung entsteht, aber man andererseits voller Empathie die allmähliche, repetitive und äußerst erratische Erinnerung an die Geschehnisse von Alex mitverfolgen kann. Dieser Effekt wird noch verstärkt durch eine ausgeklügelte
Tonregie, die auf der Handlungsebene Stimmen verstummen lässt, mit Electronica oder Field Recordings übertönt, Hintergrundgeräusche ausblendet oder auch Szenen mit dem Gesang des sublimen Elliott Smith unterlegt. Dadurch gelingt es van Sant eine äußerst dichte Atmosphäre zu erzeugen und so wird sein Werk darüber hinaus zu einem eindrücklichen filmischen
Essay über die Wiederholungsstrukturen unseres Erinnerungsvermögens und die Eigenheiten menschlicher Zeitwahrnehmung
generell.