Ganz im Stile einer klassischen Tragödie steht
der Protagonist Mladen (Nebojsa Glogovac) in
Srdan Golubovics zweiten Film Klopka vor einem
ausweglosen Dilemma: Entweder wird sein einziger
Sohn Nemanja (Marko Durovic) an einer seltenen
Herzkrankheit sterben oder aber er nimmt
das Angebot eines dubiosen Mittelsmannes an,
einen einflussreichen Industriellen zu ermorden
und erhält im Gegenzug das für eine rettende
Operation des Sohns im Ausland nötige Geld.
Getrieben vom abfallenden Gesundheitszustand
Nemanjas lässt Mladen, ein unbescholtener Bauingenieur
in staatlichen Diensten, sich nach einigem
Zögern auf das gefährliche Spiel ein.
Obwohl das Opfer keineswegs nur mit lauteren
Mitteln ein beachtliches Vermögen wie eine bedeutende
gesellschaftliche Stellung erlangte, plagen
Mladen nach der Tat starke Gewissensbisse.
Er entfremdet sich infolgedessen zusehends von
seiner Frau Marija (Natasa Ninkovic) und seinem
bisherigen Leben.
Mit seinem zweiten Spielfilm gelingt es
Golubovic dank exzellent aufgelegter Schauspieler
und des auf einer Novelle Nenad Teofilovics basierenden
Drehbuchs nicht bloß eine spannungsgeladene,
hochdramatische Geschichte zu erzählen,
die die Zuschauer in ihren Bann schlägt,
sondern außerdem ebenso einen kritischen Blick
auf die serbische Gesellschaft in der Zeit nach
Slobodan Milosevic zu werfen, die zumeist in den
hiesigen Medien unabhängig und abgesehen von
den nach wie vor flüchtigen Kriegsverbrechern
kaum thematisiert und eingehend dargestellt
wird. Obwohl der Film im letzten Jahr ins Rennen
um den Oscar für den besten fremdsprachigen
Film geschickt wurde, wünscht man ihm eine größere
Aufmerksamkeit und Verbreitung, die Klopka
fraglos verdient und dem Publikum mehr als vergolten
wird.
Klopka – Die Falle
– Fr, 1. Februar 2008Eingestellt unter: Filmdatenbank, H - S