Ich war neunzehn

1933 muss der gerade achtjährige Konrad Wolf
mit seiner jüdischen Familie aus dem faschistischen
Deutschland fliehen. Fortan lebt und
wächst der Junge in der Sowjetunion auf, wo er
im Alter von 19 Jahren gezwungen wird, im Krieg
als Leutnant der Roten Armee nach Deutschland
zurückzukehren. Die verstörenden Erlebnisse an
der Front und die Fremdheit seines ehemaligen
Heimatlandes schreibt Konrad Wolf in seinem
Tagebuch nieder, das mehr als zwanzig Jahre
später als Grundlage für seinen Film Ich war
neunzehn dient.
So handelt der Film von dem jungen Mann
Gregor Hecker, der mit 19 Jahren nach
Deutschland zurückkehrt, nachdem er im Kindesalter
nach Moskau emigrieren musste.
Gregor gehört zu einer Lautsprechergruppe der
Roten Armee, die die Front abfährt und versucht,
die deutschen Soldaten zum Überlaufen zu bewegen.
Der Film, der wie das Tagebuch Wolfs das
Überthema Heimkehr in die fremde Heimat behandelt,
besticht durch seine Authentizität.
Konrad Wolf hat dabei bewusst auf Filmmusik,
bekannte Schauspieler und Farbe verzichtet. In
die einzelnen Szenen wird das Datum eingeblendet
und das Geschehnis durch Gregors Kommentatorstimme
erläutert. Das Resultat ist ein autobiographischer
Film mit einer realistischen
Wahrnehmung von Opfern und Tätern gleichermaßen,
der Konrad Wolf 1968 zum internationalen
Durchbruch verhalf.
Dieser mehrfach prämierte Film wird in
Kooperation mit dem Theater Konstanz und den
Freunden des Stadttheaters zum Premierenstück
„Im Morgengrauen ist es noch still…“ von Boris
Wassiljew gezeigt. Wesentliche Parallelen der
beiden Werke sind die verarbeiteten Kriegserfahrungen
der beiden Autoren. Wassiljew, der
im Zweiten Weltkrieg wie Wolf gegen die
Deutschen kämpfte, thematisiert in all seinen
späteren Werken die Kriegserlebnisse, die er
während
der russisch-deutschen Konfrontation
erlebt hatte.

DDR 1969; 119 MIN; REGIE UND BUCH: KONRAD WOLF; MIT: JAECKI
SCHWARZ, WASSILI LIWANOW, JENNY GRÖLLMANN U.A.; FSK: AB 12
➔ Spieltermine: 27.11. um 20 Uhr, 28., 29.11.
und 01.12. um 19 Uhr