Als Stevie mit ihren Eltern von Portugal in die
deutsche Provinz zieht, hofft sie, das Nomadenleben
der Hippie-Eltern würde nun in ruhigere
Bahnen gelenkt. Doch weit gefehlt: die Probleme
bleiben die alten und es dauert nicht lange bis
Stevies Eltern in illegale Aktivitäten verstrickt
sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Um wenigstens vor ihren neuen Freunden ein
normales Leben vortäuschen zu können, lässt
das 14-jährige Mädchen einen Lügenkomplex
entstehen, der in Zusammenhang mit der sich
zunehmend verkomplizierenden Beziehung zu ihren
Eltern, einzustürzen droht. Umso mehr sich
die Situation mit ihren Eltern verschärft, desto
klarer wird Stevie, dass eine Emanzipation von
ihren Eltern unausweichlich ist. Was tun wenn
die Eltern nicht arbeiten gehen wollen? Wenn sie
sich auf nichts festlegen wollen? Oder ständig
kiffen? Und dann noch die Sache mit dem Sex…
„Pädagogische Probleme mal andersrum“
präsentiert Pia Marrais in ihrem ersten Spielfilm
und bringt dabei nicht nur einiges an filmischem
Talent, sondern ebenfalls persönliche Erfahrung
auf dem Gebiet der antiautoritären Erziehung,
was dem Film durchaus auch abseits der
Themenwahl anzumerken ist.
Pia Marais sagt zu ihrem Film: „Die Unerzogenen
ist der Versuch, auszuloten, was ein zu
früh erwachsenes Kind dazu bewegt, trotz der
vorhandenen Liebe, letztendlich auszubrechen.“