Ursprünglich lebten die Bewohner des kleinen
Dörfchens St. Marie La Mauderne von der Fischerei.
Aber nun bleiben die Fische seit einiger Zeit
fern und es grassiert das Gespenst der Arbeitslosigkeit,
so dass immer mehr Menschen
Sozialhilfe zu beziehen gezwungen sind. Die einzige
Chance wieder Arbeitsplätze in der nahen
Umgebung zu etablieren, wäre der Bau einer
Kunststofffabrik. Die Realisierung des Projekts
ist allerdings mit einer Bedingung verbunden.
Der Unternehmer fordert einen ortsansässigen
Arzt für Notfälle. Einen Mediziner gibt es dort allerdings
schon seit Jahren nicht mehr und so erscheint
die Zukunft sehr düster.
Doch wie es der Zufall so will, bekommt der
Bürgermeister einen Job als Polizist in der nächsten
Stadt und hält einen zugekoksten Autofahrer
an, der sich doch tatsächlich als Schönheitschirurg
entpuppt. Sicher nicht gerade die
erste Wahl, aber Arzt ist Arzt. Zur Strafe muss
dieser einen Monat Strafdienst schieben und
die Einheimischen
geben sich größte Mühe die
Illusion des perfekt maßgeschneiderten Paradieses
mit Charme und Raffinesse aufzubauen,
um ihn zum Bleiben zu bewegen. So beginnen
sie ein Spiel namens Cricket zu erlernen, von
dem sie zuvor noch nie gehört hatten, das heißt,
nicht bevor sie angefangen haben die Telefonate
des Doktors abzuhören. Diesem indiskreten
Kunstgriff ist es auch zu verdanken, dass die
Damen auf einmal lieber barfüssig durch das
Leben ziehen. Die 125 Schildbürger treiben also
ihre Mätzchen, aber wird es ihnen gelingen das
Dorf und damit sich selbst zu retten?
Jean- Francois Pouliot zeigt uns eine liebenswerte
Welt, in der es mehr Schein als Sein und
jede Menge zu lachen gibt. „Die große
Verführung“ ist eine moderne Sozialkomödie,
die es schafft ihre Figuren weder verbittert noch
verbissen erscheinen zu lassen. Stattdessen
strotzt der Film vor Situationskomik, Träumerei,
Glück und Würde – eingebettet in das
Gemeinschaftsgefühl der Dorfbewohner. Dafür
wurde der Film auf dem Sundance- Filmfestival
2003 mit dem Publikumspreis gekührt. In
Kanada hat er mehr Besucher in die Kinos gelockt
als Herr der Ringe. Hört, hört!

? Spieltermine: 11. und 14.12 um 20 Uhr
13. und 15.12. um 19 Uhr