Um die Jahrhundertwende beinahe am E nde der
Welt, in Strangford Lough an der irischen Nordküste:
eine eigenartig schöne, herbe Landschaft,
in der das Wasser und das Land nicht eindeutig
geschieden sind und die Menschen wohnen auf
den verstreut liegenden Farmen. Dorthin kommt
Sarah Gomartin als junges Mädchen auf den
Hof des alten Andrew E chlin mit seinen zwei
Söhnen Frank und Hamilton. Als der alte Mann
bei einem Bootsunfall ums Leben kommt, bleibt
Sarah mit den Brüdern auf der Farm allein. Sie
entwickelt ein ganz besonderes Verhältnis zu
den beiden, das später zu Liebesbeziehungen
wird. Nach anfänglicher Rivalität und Konkurrenzdenken
akzeptieren dies die Brüder. Sarah
liebt beide Männer und lehnt es ab, sich für einen
zu entscheiden. Sie leben in einem offensichtlich
glücklichen Liebesdreieck, das den
herrschenden Konventionen zuwiderläuft. Sarah
bekommt schließlich Kinder von ihnen. Doch in
der presbyterianischen Gemeinde verursacht ihr
Verhalten einen Skandal, und der Pfarrer versucht
Sarah zu überreden, einen der Brüder zu
heiraten…aber vergeblich. Und so hält das T rio
trotz der Verachtung ihrer Mitbürger eisern zusammen.
Sie weigert sich auch, dem Kind nach
der Geburt den Namen des Vaters zu geben und
läßt es auf ihren eigenen Namen registrieren.
Erst Jahre später, als ihre T ochter erwachsen ist
und selbst heiraten will, muss Sarah sich mit
ihrer E ntscheidung neu auseinandersetzen und
sieht sich gezwungen, sich den gesellschaftlichen
und religiösen Konventionen zu beugen.
So wird sie zur Dezember-Braut…
Faszinierende Bilder der irischen Landschaft
und der stimmungsvolle Wechsel der Jahreszeiten
bilden die Kulisse der Literaturverfilmung
des Portraits einer starken Frau, die für ihre unkonventionelle
Art zu leben auf die Geborgenheit
verzichtet, die ihr die Dorfgemeinschaft bietet.
? Am 8. Mai wird es dazu einen Vortrag geben.
Die Filmwissenschaftlerin Dr. Andrea Grunert
wird inhaltliche und formale Aspekte von
Thaddeus O‘Sullivans December Bride und dessen
Darstellung Nordirlands beleuchten.