Im Zeitalter der Supermärkte und Shoppingcenter
sind die traditionellen Tante-Emma-Läden nach
und nach verschwunden. Doch an der Peripherie
existieren sie als so genannte fliegende Händler,
die mit ihren Krämerwagen vorwiegend großflächige,
provinzielle Gebiete mit dem Nötigsten versorgen.
Für den landflüchtigen Antoine ist die
Aussicht, einem solchen Gewerbe auch nur vorübergehend
nachzugehen, eine Schauervorstellung,
denn herzliche Konversation ist nicht gerade eine
seiner Stärken. In Paris schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs
durch, ohne einen davon dauerhaft
auszuhalten. Zehn Jahre nach dem Ausbruch aus
seiner südfranzösischen Heimat, kann er sich allerdings
nicht entziehen, den elterlichen Minibetrieb
stellvertretend zu übernehmen, da sein
Vater einen Herzinfarkt erlitten hat. Einzig die
Begleitung seiner Nachbarin Claire, in die Antoine
heimlich verliebt ist, verheißt, die lästige Aufgabe
zu versüßen. Anfangs tut sich der mürrische
Großstädter noch schwer, seine schroffe Art abzulegen
und mit den Macken der Einheimischen
(die von Laiendarstellern herrlich authentisch gespielt
werden) zurechtzukommen. Aber Claire
weist ihm den rechten Weg; nicht zuletzt, um aus
seinem egozentrischen Refugium heraus zu sich
selbst zu gelangen. Der fliegende Händler erzählt
eine Geschichte, die Roadmovie, Romanze,
Familien- und Landschaftsporträt zugleich ist.
Vergnüglich und unaufgeregt schildert Eric
Guirado – der sich der Thematik der Wanderberufe
bereits in mehreren Dokumentarfilmen für den
Fernsehsender France 3 gewidmet hat – das
Leben in einer ebenso schrulligen wie schönen
Welt, und setzt dieser ein liebevolles Denkmal.

? Fr 15.08. im ZP Reichenau, Feursteinstr. 55
(Bei Regen innen)