Der Mittvierziger Daniel hat schon deutlich angenehmere
Zeiten erlebt. Durchaus verständlich,
da sein geschätzter Vater kürzlich verstorben ist
und nun dessen Beerdigung ansteht. Als Organisator
der Zeremonie muss sich der verantwortungsbewusste
Sohn natürlich um dieses und
jenes kümmern. Die unangenehmen Formalitäten
wollen erledigt werden und die liebe Verwandtschaft
ist dabei – gewollt oder nicht – leider das
genaue Gegenteil von „hilfreich“.
Das Bestattungsunternehmen liefert die falsche
Leiche; der berühmte und ziemlich egozentrische
Bruder lässt Daniel auf den Begräbniskosten
sitzen, aber bleibt trotzdem everybody‘s
darling; der cholerische Onkel Alfi kommandiert
wie im Schützengraben und die Beruhigungstabletten,
die Simon, der Gatte in spe von Daniels
Cousine Martha, aus Angst vor dem ersten
Zusammentreffen mit dem künftigen Schwiegervater
einnimmt sind in Wirklichkeit Halluzinogene.
Kein Wunder also, dass Simon während Daniels
Trauerrede Stimmen aus dem Sarg hört und, gelinde
gesagt, aus der Rolle fällt. Als wäre das alles
nicht schon genug, taucht dann auch noch
dieser kleinwüchsige Fremde auf, der behauptet,
der heimliche Geliebte des Verstorbenen gewesen
zu sein, und zu allem Überfluss in Besitz von
unwiderlegbarem Beweismaterial sei, dessen
Geheimhaltung
doch so Einiges wert sein müsse,
oder etwa nicht? Das Desaster nimmt seinen
Lauf, aber im Auge des Sturms ist es windstill
und Daniel nimmt all seine…nennen wir es
„Kreativität“… zusammen und entwickelt fragwürdige
Gegenmaßnahmen,
um dem Chaos Herr
zu werden.
Death at a funeral – Sterben für Anfänger ist
eine bitterböse schwarze Komödie, die aus dem
Mutterland des Subgenres stammt und sich in
der Tradition der Filme der Komikergruppe Monty
Python ansiedeln lässt. In konstant hoher
Frequenz bringt Regisseur Frank Oz (In & Out- rosa
wie die Liebe, Bowfingers große Nummer etc.)
das Zwerchfell zum Zittern und kennt dabei kein
Erbarmen mit seinen Protagonisten. Durch starkes
Lachen hervorgerufene Erschöpfungszustände
sind normal und sollten keinen Anlass
zur Besorgnis geben.

? 03.06. an der Universität Konstanz
in Kooperation mit dem AstA- Kino und dem
zwofuffzich kino (bei Regen im Audimax)