Laura kehrt mit ihrem Ehemann Carlos und dem
achtjährigen Adoptivsohn Simon an den Ort zurück,
an dem sie aufgewachsen ist: ein verlassenes
Waisenhaus, das sie gemeinsam zu einem
Heim für behinderte Kinder umbauen wollen.
Doch schon kurz nach dem Einzug beginnt Simon,
von imaginären Freunden zu erzählen, die
erschreckend reale Hinweise auf sich hinterlassen
und bei denen, so vermutet Laura, es sich
um ihre alten Spielkameraden handeln könnte.
Ausgerechnet bei der Einweihungsparty des
Heimes verschwindet Simon spurlos. Laura kann
auch sechs Monate danach nicht akzeptieren,
dass der Junge tot ist, und fährt fort, obsessiv
nach ihm zu suchen und das schreckliche Geheimnis
der vier Kinder, die Jahre zuvor ebenfalls
spurlos verschwanden, zu entdecken.

Juan Antonio Bayonas Regiedebüt ist gleichzeitig
effektvoll-gruseliger Geisterfilm und berührendes
Familiendrama um eine Frau, die ihr Kind
zu sehr liebt. Reminiszenzen an The Others,
Wenn die Gondeln Trauer tragen sowie The Devil’s
Backbone (nicht von ungefähr einer der besseren
Filme des prominenten Produzenten des
Films, Guillermo del Toro) lassen sich zwar nicht
von der Hand weisen, doch nur insofern, als
dass Das Waisenhaus sich ganz klar einreihen
lässt in diese Reihe aussergewöhlicher Horrorfilme,
die Genregrenzen zu durchbrechen
vermögen.

In der Spur des lebendigen neuen
spanischen Kinos ist „Das Waisenhaus“ ein fesselnder
Grusel-Thriller, der mit wohldosierten
Schockeffekten und melodramatischen Gefühlen
arbeitet – ohne sich dabei zu sehr zu »amerikanisieren«.
Bayona (verbindet) in Das Waisenhaus
unterhaltsames, handwerklich avanciertes Kino
mit einem wirklich tragischen, bewegenden
Ende, wie man es selten gesehen hat.“ (epd-
Film)