Ein kalter und dunkler Winter in Paris lässt die
Großstadt besonders trostlos und anonym erscheinen.
Sechs verschiedene Personen, mit unterschiedlichen
Schicksalen, und doch ist ihr
Leben ineinander verwoben, wie ein Spinnennetz.
Alle sind sie auf ihre Art einsam und suchen mit
Hilfe einer anderen Person einen Ausweg aus ihrem
tristen Alltag. Da ist der I mmobilenmakler
Thierry (André Dussollier), der sich von seiner bibelsicheren
Assistentin Charlotte (Sabine Azéma)
Videokassetten mit Kirchenprogrammen ausleiht,
und dabei die leicht frivole Seite der Ausleihenden
entdeckt. Thierrys viel jüngere Schwester Gaelle
(Isabelle Carré) begibt sich jeden Abend auf ein
Blind Date, ohne je einmal den Richtigen zu finden.
Nicole (Laura Morante) wiederum sucht entnervt
nach einer ordentlichen Wohnung für sich
und ihren nichtsnutzigen Verlobten Dan (Lambert
Wilson), der oft bei Lionel (Pierre Arditi) an der
Bar sitzt. Lionel hingegen kümmert sich auch
noch um seinen böswilligen Vater Arthur (Claude
Rich). Coeurs ist eine Adaption des T heaterstücks
Private Fears in Public Places von Alan Ayckbourn.
Der französische Regisseur Alain Resnais hat die
Geschichte von E ngland nach Paris versetzt.
In 54 kurze Sequenzen hat er den Film aufgeteilt,
der über eine Zeitspanne von vier T agen
spielt. François T ruffaut bezeichnete Alain
Resnais Mitte der 1960er Jahre als den professionellsten
französischen Filmemacher und Künstler.
Zu dieser Zeit hatte Resnais bereits Klassiker
wie Hiroshima, mon amour (1959), Letztes Jahr in
Marienbad (1961) und Muriel (1963) realisiert.
Auch 40 Jahre später versteht es der „Altmeister“
der Nouvelle Vague, immer noch großartige Filme
zu inszenieren. E s ist das Spiel mit Brüchen und
Annäherungen, das sich immer wieder in seinen
Filmen findet und ihnen eine ganz eigene
Theatralik verleiht, damals und auch noch heute.
Resnais erhielt 1995 den Goldenen Löwen
des Filmfestivals von Venedig und den Silbernen
Bären der Berlinale 1998 für sein Lebenswerk in
Anerkennung
für seine Verdienste um die Filmkunst.
2006 erhielt er für Coeurs den Silberner
Löwe für die Beste Regie. 2007 wurde er im Rahmen
des E uropäischen Filmpreises für Coeurs
mit dem E uropäischen FIPRESCI-Preis geehrt.
Zwischen 1936 und 2006 hat Resnais insgesamt
47 Filme gedreht.