Im Frankreich der 1940er Jahre scheint der Zweite Weltkrieg noch weit entfernt zu sein vom privaten katholischen Internat, das unter der Leitung von Pater Jean (Philippe Morier-Genoud) Jungen aus der gutenbürgerlichen Schicht betreut.

Auch Julien (Gaspard Manesse) kehrt nach den Weihnachtsferien mit seinem älteren Bruder François (StanislasCarré de Malberg) zurück. E ines T ages betritt auch Jean Bonnet (Raphael Fejtö) die trügerische Idylle, die der Regisseur Louis Malle in den Bildern des Films von Beginn an zu erzeugen vermag. Zu Anfang mag Julien den Neuen überhaupt nicht und geht ihm aus dem Weg.

Mitder Zeit allerdings entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden – sprachlo sund fast unbeschwert. Durch einen Zwischenfall entdeckt Julien, dass Jean in Wirklichkeit nicht Bonnet, sondern Kippeinstein heißt und Jude ist. Er begreift, dass die Klosterbrüderihn vor dem Zugriff der Nazis verstecken.

Die Freundschaft, die beide miteinanderverbindet, kommt dabeiso selbstverständlich und tief empfunden überdie Leinwand, dass Louis Malle ein kaum größerer Gegensatz zwischen dieser Freundschaft und der stets spürbaren Gefahr gelingen konnte.

Bis ein primitiven Racheakt des Küchenjungen Joseph jäh die trügerische Hoffnung verblassen lässt.