Wer sagt, dass nur Heteros ein Vorrecht auf romantische Komödien haben? Craig Chester, einer der poster boys des amerikanischen Independent Cinema im Allgemeinen und des New Queer Cinema im Besonderen (er war z.B. zu sehen in Swoon, I shot Andy Warhol, Kiss Me Guido, Frisk,Grief etc.), beweist mit der Verfilmung seines gleichnamigen Romans, dass es durchaus eine schwule Variante von Harry und Sally bzw.Schlaflos in Seattle und wie diese ganzen Meg Ryan-Vehikel heißen, geben kann, die funktioniert.

Wenn man mag, kann man den Titel als ziemlich späte Reaktion auf Donna Summers berühmten Ausspruch „It was Adam and Eve, not Adam and Steve“ verstehen, der ihr damals, 1984, einen Großteil ihrer schwulen Fangemeindegekostet hat. Und in der Tat sind es Adam undSteve, denen das Publikum hier die Daumendrückt, dass sie endlich zusammenkommen mögen,obwohl die Umstände geradezu grotesk widrig sind.

Adam und Steves Romanze nimmt ihren Anfang unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen:ein One-night-stand Mitte der Achtziger mündet in einem unfassbar peinlichen und unappetitlichen Ende, was Adam in die Drogensuchttreibt und Steve eine Zwangsneurose beschert. Siebzehn Jahre später treffen sie sich wieder und verlieben sich – wobei sich gnädigerweise keiner der beiden an die fatale Nacht erinnert. Zunächst.

Der Weg zum Happy End führt u.a.über die unterhaltsamste Tanzszene aller Zeiten, den battle dance, in dem sich ein Raum vollertuntiger Tänzer, jeweils angeführt von einem unserer Helden, zu Jackie Beats ‚Shit happens’ mittles Squaredance duellieren wie ehemals die Sharks und die Jets…

Kurz: Adam & Steve macht unglaublich viel Spaß. Mithilfe eines famosen Staraufgebots –Malcolm Gets aus Caroline in the City als Steve,Superman Returns’ Parker Posey, und last butnot least Julie Hagerty als Adams Mutter, dietrotz der absurden Situationen, in die sie der Filmschickt, ihre Würde bewahren, hat Chester einegleichzeitig an An affair to remember sowie an American Pie gemahnende romcom geschaffen,die sich bereits auf zahlreichen Festivals eine loyale Fangemeinde erspielt hat.