Sexboykott in Absurdistan. Als eines Tages die Wasserleitung zusammenbricht sitzt das kleine Dorf Absurdistan auf dem Trockenen. Da sich die Männer aber nicht darum scheren, beschließen die Frauen ihre Männer auch in Bezug auf ihre sexuellen Bedürfnisse auf’s Trockene zu setzten.

Für das junge Paar Aya und T emelko gerät dies zu einer noch viel größeren Katastrophe. Beide sehnen sich der ersten Liebesnacht entgegen. Die wird nach alter Tradition mit Hilfe der Sterne festgelegt und mit einem gemeinsamen Bad begonnen. Um nicht ihr Liebesglück zu gefährden, müsse nsich die beiden etwas einfallen lassen, um die beiden sich bekriegenden Parteien zu versöhnen.

Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Frauen ziehen eine Grenze durch das Dorf, bewaffnen sich und schicken die Männer zum Schlafen in den Stall. Das neu errichtete Matriachat verteidigen sie mit der gleichen Entschlossenheit wie einst die Frauen Athens die Akropolis.

In Aristophanes Komödie Lysistrata zwingen diese ihre Männer durch einen Sexboykott zum Frieden mit Sparta. Der Kampf zwischen den Geschlechtern scheint ein Thema von überhistorischer Prägnanz zu sein, so berichtet etwa die Zeit von einem ähnlichen Streik der Frauen indem türkischen Dorf Sirt vor sieben Jahren. Indem Regisseur Veit Helmer diese Geschichtein ein abgeschiedenes Dorf, in einer Zeit zwischen gestern und heute versetzt, gelingt ihmeine absurde Parabel auf die Absurditäten des Geschlechterkampfes. Wie eine Gleichberechtigungfernab von Diskriminierung, Frauenbeauftragtenund irgendwelchen Quoten funktionierenkann, zeigen Aya und Temelko.

Also, ihr Männer und Frauen, Teamarbeit ist gefragt!