Cristina ist eine junge Frau indianischer Abstammung. Wenn die Krankenschwester nicht gerade ihrem alten ungarischen Patienten Milos Reportagen aus dem “National Geographic” vorliest oder mit einem Gärtner im Park flirtet, driftet sie mit großen Augen und noch größeren Kopfhörern durch die Straßen von Santiago. Auch Tristán, ein 33jähriger Architekt, derzeit arbeitslos, weil die Arbeiter auf seiner Baustelle streiken, streift durch die Stadt. Dann verliert Tristán seine Aktentasche und seine Liebe. Cristina findet die Tasche und macht sich auf die Suche nach ihm. Verlassen von seiner Freundin Irene sucht Tristán Zuflucht in der Vorstadtvilla seiner Mutter. Schließlich findet ihn Cristina, auf seiner Bausstelle, von einer Mauer herabgestürzt.
“Play” ist eine Geschichte von zwei Wegen, die sich beinahe kreuzen. Die Protagonisten ziehen ihre Bahnen durch die sommerliche, versmogte Metropole Santiago de Chile. Er auf der Suche nach etwas, das er nie hatte, sie die stille Zeugin seines Abstürzens, vielleicht auch sein Schutzengel. “Play” ist eine Großstadtgeschichte, ein Pop-Song über einen, der sucht, und eine, die findet. Es ist der erste abendfüllende Spielfilm der jungen chilenischen Regisseurin Alicia Scherson, die in Cuba und Chicago ihr Handwerk gelernt und sich zunächst mit Kurzfilmen und Dokumentationen einen Namen gemacht hat.
Ganz im Sinne seines Titels charakterisiert sich der preisgekrönte Film durch seine verspielte Form. Optisch wird dabei mehrmals die Ästhetik des Computerspiels, Cristinas Lieblingsbeschäftigung, aufgegriffen. Zum perfekten Sommerfilm wird “Play” schließlich durch den wunderbaren Soundtrack von Costa und Hellner.