Wir schreiben das Jahr 411 vor Christus. Nach Jahren des Krieges zwischen Athen und Sparta haben die Frauen beider Städte das ewige Drama satt. Eine Lösung muss her! Da aber weder die eine, noch die andere Männerschar sich von ihren Frauen in die Politik reinreden lassen, greift das „schwache Geschlecht“ zu einem harten Druckmittel: Sexentzug!
Und natürlich trägt ein derartiges Unterfangen (nach einigen Rückschlägen) Früchte, die Männer kapitulieren und die Kriege sind vorbei.
Oder etwa doch nicht?
Was bei dem griechischen Komödiendichter Aristophanes noch funktionierte, muss in Ralf Königs Version eines weiblichen Sexembargos nicht ebenso enden.
Schnell hat man hier die logische Konsequenz zur Hand: Wenn es keine Frauen mehr zur Verfügung gibt, bleibt man eben unter sich. Und was zu Anfang eine Notlösung ist, gefällt den Männern bald so gut, dass auf die Frauen leicht zu verzichten ist. Und auch die finden ihrerseits ihre Möglichkeiten ihre Triebe auf für sie überraschend erfüllende Weise zu befriedigen…
Bei Bellmunts Verfilmung des 1987 erschienen Comics von Ralf König („Der bewegte Mann“, „Kondom des Grauens“) bleibt kein Auge trocken.
In dieser aufwendigen Produktion jagt ein Gag den Nächsten und die hochkarätige Besetzung (Maribel Verdu als Lysistrata, Peer Augustinski, Monty Arnold und Lilo Wanders als Synchronsprecher) tut ihr übriges.
Schöner hätte der „weibliche Pazifismus“ wohl kaum auf der Leinwand für uns scheitern können…
