Gianni Amelios („Gestohlene Kinder“, „Lamerica“) italienisches Road-Movie-Drama „Le Chiavi di Casa“ befasst sich mit der schwierigen Vater-Sohn Beziehung von Gianni und seinem Sohn Paolo. Sie begegnen sich das erste Mal nach 15 Jahren im Nachtzug nach Berlin. Paolo ist 15 und seit seiner Geburt schwer behindert, geistig auf dem Niveau eines Vorschülers. Giannis Frau starb bei der Geburt und er – emotional nicht fähig, sich um sein Kind zu kümmern – überlässt seinen Sohn der Obhut der Familie seines Bruders.
Zu einer Kontrolluntersuchung in Berlin soll Gianni nun seinen Sohn begleiten, da die Familie meint, es würde Paolos Entwicklung günstig beeinflussen. Die Fahrt nach Berlin wird zu einer Reise zweier Fremder, denen bewusst wird, dass sich 15 Jahre nicht so einfach während einer Zugfahrt überbrücken lassen.
Das ruhige und langsame Erzähltempo schildert Giannis Versuche, sich seinem Sohn zu nähern und seine Hilflosigkeit und seine Scham zu überwinden.
Guiseppe Pontiggias autobiografischer Roman „Zwei Leben“ inspirierte Amelio zu diesem Film. „Die Hausschlüssel“ kann jedoch nicht als Romanverfilmung gesehen werden, da der Film stark von Pontiaggas Vorlage abweicht. So spielt „Die Hausschlüssel“ z.B. in Berlin und Norwegen über den Zeitraum einer Woche, während Pontiagga in seinem Roman über eine Zeitspanne von 30 Jahren berichtet.
Der Titel “Die Hausschlüssel” hat mit dem Plot des Filmes nur entfernt zu tun. Er bezieht sich – laut Regisseur Amelio – auf Heranwachsende, die – wenn ihre Eltern sie für erwachsen genug halten – ihre eigenen Schlüssel als Zeichen ihrer Unabhängigkeit bekommen.
„Emotionalität pur, aber kein Kitsch – das ist die Handschrift eines großen europäischen Autorenfilmers. Amelio gelingt es leise und unaufdringlich, den Zuschauer mitzunehmen. Er entwirft ein facettenreiches Panorama von zwischenmenschlichen Motiven. Wer sich darauf einläßt, wird sich nicht entziehen können.“ (Filmecho)