Lady Vengeance

Nach Sympathy for Mr. Vengeance und Oldboy schliesst Park Chan-wook mit dem großartigen Lady Vengeance seine Rache-Trilogie ab.
Vom Plot sollte außer folgendem nicht zuviel verraten werden: Die schöne Geum-ja hat 13 Jahre einer Haftstrafe für die Entführung und den Mord an einem Jungen abgebüßt. Im Gefängnis galt sie als vorbildliche Insassin, nachdem sie einer kranken Mitgefangenen eine Niere gespendet hatte; in Wirklichkeit bereitete sie aber die furchtbare Rache an dem wahren Schuldigen vor, für die nun endlich die Zeit gekommen ist.
Die Parallelen zu Chan-wooks früheren Rachedramen sind offensichtlich: stets geht es um Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten, die die Protagonisten in jungen Jahren erdulden mussten. Als Erwachsene rächen sie sich blutig und drohen in ihrer blinden Wut alle Menschlichkeit hinter sich zu lassen.
Lady Vengeance ist ein weiteres Beispiel für die Trendsetter-Rolle, die das südkoreanische Kino, das sich auf der Grenze zwischen Horror und Drama bewegt, mittlerweile einnimmt: in äußerst kurzer Zeit haben Regisseure wie Kim Ki-Duk und Chan-wook es geschafft, selbst den japanischen Hohepriester Takashi Miike zu übertrumpfen, wenn es um die Darstellung von Extremen geht. Ähnlich wie beispielsweise Seom – Die Insel schafft Lady Vengeance aber eine Balance zwischen betörend schönen Bildern und verstörender Gewalt, ohne in einen Blutrausch auszuarten, was man bei aller Liebe Oldboy vorwerfen könnte.
“Lady Vengeance changiert zwischen Erinnerung, Gegenwart, Traum und Wunschtraum, völlig nahtlos, mischt Poesie und Realismus, völlig mühelos.(…) ein Genre-Meisterwerk, in dem jede Einstellung extrem stilisiert ist und doch nie in die l’art-pour-l’art-Falle fällt.“ (Berliner Morgenpost)