Für den 15-jährigen Michael ist das schöne Leben in der Villa im Berliner Stadtteil Zehlendorf vorbei. Der neureiche Dr. Peters (Jan Henrik Stahlberg) hat genug von seiner Geliebten (Jenny Elvers-Elbertzhagen) und setzt sie zusammen mit ihrem Sohn vor die Tür. Eine neue Wohnung, ein neuer Stadtteil: Neukölln, sozialer Brennpunkt, hohe (Jugend-)Kriminalität.
Prompt gerät Michael, Polischka genannt, an die falschen Leute. Er wird von Erol und seiner Gang brutal zur Zahlung von Schutzgeld gezwungen. Um dieses aufzutreiben, bricht Polischka mit zwei Freunden in die ihm vertraute Villa in Zehlendorf ein. Beim Verkauf der Beute trifft er den Drogendealer Hamal, der so etwas wie ‚der Pate’ des Viertels ist. Hamal ist fasziniert von der vertrauens-erweckenden, unschuldigen Art des Jungen und stellt ihn als Drogenkurier ein, mit dem Effekt, dass Polischka nun vor Erol sicher ist.
„Knallhart“ sein meint auf der Straße überleben, immer in Bewegung sein, unter Druck schneller als die anderen zu reagieren, am besten automatisch, ohne überhaupt nachdenken zu müssen. Was der Film von dem Jugendlichen als lebensnotwendige Aufgabe verlangt, verlangt er auch vom Zuschauer. Ab einem gewissen Punkt entfaltet der Film eine Sogwirkung und ein Tempo, in dem uns Polischkas ‚Härte’ voraus ist. Die Frage, was denn nun das beste wäre, wird von den Ereignissen überrollt. Keine Zeit innezuhalten. Uns so kommt es, wie es kommen muss. Aber das wird hier nicht verraten.
Knallhart erhielt bei der Verleihung des deutschen Filmpreises 2005 die silberne Lola, die goldene Lola für den besten Schnitt und für die beste Musik.
Knallhart
– Mo, 1. Oktober 2007Eingestellt unter: Filmdatenbank, H - S
