Iki genç kiz / Zwei Mädchen aus Istanbul

Behiye ist ein junges Mädchen mit flammend rotem Haar. Sie lebt in einem Aussenbezirk von Istanbul, bei ihrer Familie, die sie nicht mehr erträgt. Am wenigsten ihren Bruder. Obwohl sie älter ist und bald an der Dolmetscherschule studieren soll, während er wenig zustande bringt, hat er daheim das Sagen und darf sie schikanieren. Schon diese roten Haare sind eine Provokation! Behiye ist kräftig, willensstark, ganz und gar nicht niedlich, aber auch sanft und schön. Über eine Freundin lernt sie Handan kennen. Handan erscheint zunächst wie so ein Püppchen mit hoher Quieksstimme, optisch ganz dem männlichem Blick zubereitet. Mit Behiye scheint sie wenig gemeinsam zu haben. Und doch verstehen sie sich auf Anhieb, und es entwickelt sich etwas Intensives zwischen den beiden. Beide träumen sie davon, auszubrechen aus ihren so verschiedenen Welten – nach Australien vielleicht. Behiye wird für Handan der Gegenpol zu ihrer Mutter, die ein vollkommen auf Äusserlichkeiten ausgerichtetes Leben zu führen scheint, sich aushalten lässt von einem potenten Liebhaber. Allein die abgöttische Liebe zu ihrer Tochter Handan ist an ihr nicht oberflächlich. Widerwillig duldet sie vorerst, dass Handan Behiye in der Wohnung Zuschlupf bietet, den sie zum Schutz vor ihrem Macho-Bruder dringend braucht. Die beiden sind eigentlich unzertrennlich. Aber Handan will auch Jungs gefallen und vor allem endlich nicht mehr Jungfrau sein.

Kutlug Ataman erzählt mit einer frischen, ungeschönten Ästhetik eine Geschichte zweier Mädchen im Dazwischen, von jung und erwachsen, von Tradition und modernem Lebensstil, von islamischer und europäischer Kultur. Sie spielt in der einzigartigen Stadt Istanbul, die all dies zusammen in sich birgt.