Hildes Reise ist ein wunderbares Roadmovie der anderen Art.
Statt mit dem Tod zu enden, beginnt Hildes Reise mit ihm: Martin “Hilde” Hilder stirbt und hinterlässt seinem ehemaligen Lebenspartner Steff nicht nur sein gesamtes Vermögen, sondern auch die Urne mit seiner Asche – zusammen mit der Aufgabe diese in den Atlantik zu streuen.
Doch Steff hat nicht vor, dieser Verpflichtung nach zu kommen. Er hat die Beziehung zu Martin bereits vor Jahren enttäuscht abgehakt. Der letzte Hoffnungsfunke auf einen Neustart mit Martin ist mit dessen Tod erloschen – und damit auch das Gefühl, ihm in irgendeiner Weise verpflichtet zu sein.
Deshalb lässt Steff sich auf einen Deal mit Martins Eltern ein: die Urne wird im Familiengrab beigesetzt und der Aids-Tod des Sohnes als Krebsleiden deklariert. Als Gegenleistung erhält Steff das nötige Geld um seine Schreinerwerkstatt zu retten.
Rex, der letzte Freund „Hildes“ bis zu dessen Tod, kann diese Entscheidung nicht akzeptieren. Er ist wild entschlossen „Hildes“ letzten Wunsch zu erfüllen – obwohl er von „Hildes“ Testament enttäuscht ist.
So entwendet Rex die Urne und macht sich auf den Weg nach Frankreich. Steff versucht die Urne zurück zu holen, um den Deal mit der Familie nicht platzen zu lassen. Dies ist der Beginn einer gemeinsamen Reise von Steff, Rex und „Hilde“ an den Atlantik…
Christof Vorster erzählt in seinem Roadmovie packend und emotional von Liebe, Freundschaft und den Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen.
Wenn jemand stirbt, ist es zunächst nicht immer die große Trauer die vorherrscht, sondern ganz andere Elemente wie Besitzansprüche, gesellschaftliche Verpflichtungen sowie alte Wunden und Enttäuschungen treten in den Vordergrund. Trauer setzt später meist später ein und jeder Mensch geht mit seiner Trauer anders um: während Steff seine Emotionen einkapselt, lässt Rex seiner grenzenlosen Wut freien Lauf.
Sensibel zeigt Hildes Reise die Annährung dieser grundverschiedenen Protagonisten auf ihrer ungewöhnlichen Reise.