Die Dokumentation von Petra Valentin handelt von der Arbeit jener Menschen die nicht zu unseren Freundes- oder Bekannten zählen aber bei uns regelmäßig ein- und ausgehen: Die Putz- oder Kinderfrau!
„Das Schlimme an der Hausarbeit ist, dass sie nie aufhört, nie zu Ende ist.“ Ulla H. putzt in fremden Haushalten, bräuchte aber eigentlich selbst im eigenen Haushalt Hilfe. Es bezeichnet eine der Lebenssituationen von sieben Hausangestellten aus dem Film.
Maria G. und der Lehrer Jed S. von den Philippinen, Margaret W. aus Polen, Pia St. aus Hessen und das AuPair-Mädchen Delia V. aus Peru betreuen Kinder, machen sauber, bügeln und pfl egen Gärten. Während arbeitgebende Familien sich von der Hausarbeit entlasten können, bleibt den Haushaltshilfen, überwiegend Migrantinnen, diese Tätigkeit oft als einzige Erwerbs- und Existenzmöglichkeit und trennt sie häufig von ihren eigenen Familien. Die Philippinin Maria G. hat keine Aufenthaltsgenehmigung und lebt in ständiger Angst, aufgegriffen und ausgewiesen zu werden. Ihre Tochter hat sie als 3 Monate altes Kind zu Hause gelassen und konnte sie seitdem 13 Jahre lang nicht sehen.
Delia V. arbeitet als Aupair-Mädchen. Da ihr abgeschlossener Vertrag nicht eingehalten wird, löst sie sich aus den unzufrieden stellenden Bedingungen und sucht eine neue Gast-Familie. Der Film begleitet sie in ihrem Entscheidungsprozess und bei ihrem Umzug.
Die in familiennahen Dienstleistungen Arbeitenden möchten respektiert und gesellschaftlich anerkannt werden: „Putzen ist eine Kunst“, sagt Margaret W. mit gewissem Stolz und Pia St.: „Ich weiß was ich wert bin, was meine Arbeit wert ist und ich seh überhaupt nicht ein, dass ich den „Duckmäuser“ machen muss, nur weil ich putzen geh“.
Zwischen Selbstbewusstsein, Humor, Selbstbehauptung, Ausgeliefertsein und Trennungsschmerz entwickelt der Film ein facettenreiches Bild vom Mikrokosmos im fremden Haushalt.
Regisseurbesuch: Petra Valentin
im Zebra-Kino am 15.11.
Wir freuen uns auf den Besuch der
Regisseurin um 20 Uhr im Zebra Kino.

 

DEUTSCHLAND 2005; 93 MIN;
REGIE: PETRA VALENTIN; FSK: AB 12