Eine zentrale Phase der US-amerikanischen Geschichte des zwanzigsten Jahrhundert, die Anfänge des kalten Krieges samt der dazugehörenden Paranoia wird in Good Night, and Good Luck als Medien- und Fernsehgeschichte anhand der Karriere von Edward R. Murrow (David Strathairn) erzählt und schildert dessen nicht geringen Beitrag zum Ende der McCarthy-Ära. Seine Bedeutung für den nordamerikanischen Journalismus seit den 1930er Jahren, die eng mit Murrows Radioreportagen von der Münchner Konferenz, aus dem umkämpften England und in der Nachkriegszeit vor allem mit seinem politischen Wochenmagazin „See it now“ zusammenhängt, lässt sich vielleicht annähernd nur noch mit späteren Heroen wie Walter Cronkite und Bob Woodward vergleichen. Ähnlichkeiten und Parallelen zur heutigen Gegenwart der Bush-Administration und deren repressiver Politik sind fraglos vom Regisseur beabsichtigt, ohne dabei aber platt und plump im Stile etwa eines Michael Moore zu wirken.
Der weitaus größte Teil des Geschehens spielt sich in den Redaktionsräumen der CBS ab. Dort stoßen Murrow und seine Kollegen im Herbst des Jahres 1953 auf den Fall von Milo Radulovich, der kürzlich unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde. Der Vorwurf gegen ihn lautet lediglich, dass sein Vater serbische Zeitungen abonniert habe und sie dadurch potentiell kommunistischer Gesinnung sein könnten. Trotz sichtbaren Drucks durch Armee und Sponsoren aus der Rüstungsindustrie wird ein Beitrag gebracht, begleitet von einem kritischen Kommentar Murrows, der damit erstmals in seiner Sendung zaghaft Position bezieht. McCarthy und seine Anhänger gehen zum Gegenangriff über. Sie versuchen Murrow wider besseren Wissens und gegen dessen patriotischen Ruf, eine kommunistische Vergangenheit anzudichten. Daraufhin entscheidet die Redaktion im März 1954 ihrerseits, dem Senator aus Wisconsin eine komplette Sendung zu widmen, die ihn mit den eigenen Waffen schlagen soll. Durch Montage und Kommentierung seiner Auftritte wird der zügellose Furor McCarthys offengelegt und dadurch dessen Untergang eingeleitet.

Das Kernthema des Films, die Verteidigung bürgerlicher Freiheiten besitzt gerade auch für die BRD und in diesem Moment einen hohen Stellenwert. Man erinnere sich nur an die Durchsuchung der Redaktionsräume des Gesellschaftsmagazins „Cicero“ vor zwei Jahren und nahezu tagesaktuell an die Razzien Anfang Mai in der Berliner Buchhandlung „Schwarze Risse“ und des Verlagsverbundes „Assoziation A“.