Jeanne (Julia Hummer) ist 15, war nie in der Schule und ist völlig isoliert von Gleichaltrigen aufgewachsen. Ihre Eltern (Barbara Auer, Richy Müller), ehemalige Terroristen, sind nach der Auflösung der RAF im Untergrund geblieben, genauer gesagt, in Portugal untergetaucht. Vor 15 Jahren haben sie ein Tabu gebrochen: Sie haben ein Kind gezeugt.

Am Strand lernt Jeanne den Surf-Touristen Heinrich (Bilge Bingül) kennen. Aus der Sehnsucht nach einem normalen Leben heraus, verliebt sie sich ihn. Als der Familie Geld und die falschen Pässe für Brasilien, wo sie Ruhe zu finden hoffen, gestohlen werden, müssen sie zurück nach Deutschland, wo die Eltern nach wie vor steckbrieflich gesucht werden. Beim Zusammentreffen mit ‚alten Freunden’ wird klar, dass die „Gespenster, die an ihrer Menschwerdung arbeiten“ (Petzold), weiter denn je von ihrer Erlösung entfernt sind.

Das Paar ist zermürbt, paranoid und übernervös. Jeanne aber möchte in der heutigen Zeit leben, sie möchte Freunde haben oder einfach nur schicke Kleider. Auf eigene Faust sucht sie nach Heinrich. Sie versucht mit ihm eine Beziehung aufzubauen, doch der Sprücheklopfer vom Strand ist selbst eine gebrochene Figur. Jeanne wird für ihre Eltern, bei aller Liebe, der Feind im eigenen Haus: der Zweifel, den man nicht beseitigen kann. Ohne dass Jeanne es ahnt, gefährdet sie mit ihrem Handeln die Familie.

Das Drama um Jeanne und ihre Eltern, die vor der Vergangenheit fliehen und keine Gegenwart finden, wurde 2001 als bester Spielfilm mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet.