Bruno Bonomo ist ein Filmproduzent, und leider kein sehr guter. Seine Filme sind billigst heruntergekurbelte Machwerke, B-Pictures mit aussagekräftigen Titeln wie „Moccassin Assassins“ und „Maciste versus Freud“. Da sich damit kein Geld verdienen lässt, steht er vor dem finanziellen Ruin. Ausgerechnet ein Projekt über Christopher Columbus soll die Rettung sein, doch es scheint aussichtslos, Geldgeber dafür aufzutreiben. Aber nicht nur beruflich geht es steil bergab, sondern auch seine Ehe steht vor dem endgültigen Aus. Da spielt ihm das Schicksal das Drehbuch einer jungen Regisseurin in die Hände, „Der Kaiman“. Auf den ersten Blick scheint es ein Script zu einem mittelmäßigen Thriller zu sein, beim genaueren Hinsehen entpuppt es sich als eine Abrechnung mit den politischen Machenschaften Silvio Berlusconis, ein Stoff, der den Verzweifelten wachrüttelt: wild entschlossen macht er dieses riskante Projekt zu seiner neuen Lebensaufgabe, in der Hoffnung, dadurch nicht nur den finanziellen Ruin abzuwenden, sondern auch seine Ehe zu retten. Zwischen Scheidungskrieg und Finanzierungsproblemen, zwischen Hoffnung und Resignation balancierend, wird für Bonomo dieses Projekt zu einer Angelegenheit von Leben und Tod.
Der Regisseur Nanni Moretti, den treue Zebra-Gäste vielleicht noch von dem Film „Das Zimmer meines Sohnes“ kennen, zieht in seinem Film den Bogen von Familie und Beruf über die Geselschaft bis hin zum Kino. Er schafft damit ein bewegendes Porträt über einen liebenden Falmilienvater, der an einem Scheidepunkt seines Lebens steht. Zudem ist der Film eine Zustandsbeschreibung Italiens während der Berlusconi-Ära und steht damit in der Tradition des großen italienischen Kinos.