Charles Foster Kane (Orson Welles) gilt zu Lebzeiten als einflussreicher Zeitungsmagnat. Nach dessen Tod macht sich ein Wochenschau- Team an die Arbeit ein Porträt des Verstorbenen zu erstellen. Was bleibt ist Kanes letztes Wort und das wohl bekannteste Filmzitat aller Zeiten: „Rosebud“, welches nun als Aufhänger für die Story dienen soll.

Auf der ständigen Suche nach der wahren Bedeutung des Wortes führen den Reporter Thompson Kanes´ Spuren von dessen Exgeliebten, zu dessen Sekretär, einem ehemals guten Freund und am Ende zu seinem Diener. Durch jedes Interview kann Thompson Schritt für Schritt eine interessante Lebensgeschichte rekonstruieren: von einem ärmlichen Kind bis hin zum größten Medienmogul seiner Zeit. Sein Reichtum und infolge dessen auch sein Einfluss, sei es politischer, kultureller oder auch gesellschaftlicher Natur vergrößern sich zusehends. Am Höhepunkt des „American Dream“ angekommen, treten jedoch allmählich die albtraumhaften Schattenseiten des wirtschaftlichen Erfolgs in den Vordergrund.

Welles erschafft ein epochales Meisterwerk, das uns von Kanes Leben erzählt, seinen Eigenarten, seinem Egoismus, seinem Verfall am Materiellen und seiner Liebe zu der Sängerin Susan Alexander.

Welles‘ Film war eine radikale Absage an die damals gültigen ästhetischen und narrativen Regeln. Die Multiperspektivität beherrscht den Film, sei es durch die fragmentarische und elliptische Erzählstruktur, die Verwendung von Tiefenschärfe als auch die ungewöhnlichen Kameraperspektiven von Gregg Toland. Das filmische Debütwerk des damals 25 jährigen Orson Wells basiert in weiten Teilen auf der Lebensgeschichte einer der bekanntesten Medienzaren der Jahrhundertwende, William Randolph Hearst. Dies verlieh dem Film auf inhaltlicher Ebene enorme Brisanz und löste nicht ohne Grund die so genannte „Schlacht um Citizen Kane“ ein.

Das Meisterwerk, das einen amerikanischen Mythos zum Thema hat, ist dadurch längst selbst zu einem Mythos geworden.