Als Ronald Reagan 1980 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, reagierten darauf Jugendliche im ganzen Land mit einer dunkleren und aggressiveren Form der damaligen Rock Musik, die zum Soundtrack einer neuen Subkultur wurde.

Hardcore-Punk, verkörpert durch Bands wie Black Flag, Minor Threat oder Bad Brains, spiegelte zwar jugendliche Langeweile und Desillusionierung ebenso wider, wie die Punk Musik aus Großbritannien. Doch der Aufstieg des Konservativen Reagan, sowie eine Musiklandschaft, die immer kompromissbereiter wurde, ließen eine brutalere und härtere Art des Punk entstehen, die Bands wie die Sex Pistols oder etwa The Clash überwunden hatte.

Doch Hardcore war weit mehr als nur ein Musikstil: Die Hardcore-Szene stellte für ihre Anhänger eine eigene kleine Gemeinschaft dar – einige fanden durch sie eine Möglichkeit zum Protest und brachten ihre Wut zum Ausdruck, andere fanden in der ungeschliffenen Musik einen Ausweg aus der tristen Realität des sauberen und biederen Amerikas.

Regisseur Paul Rachman, der selbst in der Szene aktiv war, begibt sich, bewaffnet mit einer Digitalkamera, auf Spurensuche und beleuchtet mit seiner Dokumentation American Hardcore die US-Punk-Bewegung in den 80ern, die sich wie ein Virus im ganzen Land verbreitete.

Zusammen mit Autor Steven Blush führte Rachman fünf Jahre lang mit den Machern von einst über hundert Interviews. Im Zentrum der Dokumentation steht die Frage, was von der Szene heute noch übrig ist und wie die Musiker heute über die Bewegung denken.

Dabei verbindet der Regisseur aktuelle Bandinterviews mit raren, alten Konzertmitschnitten und springt von einer geographischen Szene zur nächsten; läßt zum Beispiel Dickey Barrett von den Mighty Mighty Bosstones oder die Jungs von SS Decontrol zu Wort kommen, bevor er mit Mike Watt von den Minutemen spricht, oder Henry Rollins von Black Flag ihm Rede und Antwort steht.

Rachmans musikalische Zeitreise quer durch Amerika vermittelt auf eindrucksvolle Weise das Lebensgefühl jener explosiven und energetischen Subkultur, die zwar kurz, doch dafür um so heißer brannte.