Im Alter von beinahe 80 Jahren drehte der besonders im Westen gefeierte, japanische Regisseur Akira Kurosawa ein spätes Meisterwerk, Akira Kurosawas Träume ist die filmische Verarbeitung acht eigens erlebten Träumen.

In „Sonne, die durch den Regen scheint“ beobachtet Akira als kleiner Junge die Hochzeit der Füchse, eine seltsame Prozession, die bei
wunderbarem Licht im Wald stattfindet. Er macht sich jedoch durch eine Unachtsamkeit bemerkbar und zieht den Zorn der Füchse auf sich.

Im zweiten Traum erscheinen dem nun etwas älteren Akira die Geister von abgeholzten Pfirsichbäumen. Nur für ihn geben sie noch einmal einen Tanz.

In einem Schneesturm kämpft eine Expedition aus drei Bergsteigern um das Leben, ohne viel Aussicht ihr Lager noch zu erreichen. Als die Kräfte des letzten von ihnen schwinden und eine Fee ihn schon fast mit ihrem Todesschleier berührt, beruhigt sich das Wetter unversehens und die Männer finden sich in unmittelbarer Nähe ihres Lagers wieder.

In dem vielleicht eindrucksvollsten Traum „Der Tunnel“ wird ein vom Kriege heimkehrender Soldat beim Durchqueren eines langen Tunnels vom schrecklichen Gebell eines Hundes verfolgt. Plötzlich sieht er sich einem im Kriege unter seinem Kommando Gefallenen gegenüber und muss diesen nun überzeugen, dass sein Platz in dieser Welt nicht mehr ist.

In der Episode „Krähen“ taucht ein Betrachter des Bildes „Weizenfeld mit Krähen“ von Van Gogh unmittelbar in das Bild ein, das sich belebt, und er begegnet in diesem Bild dem Maler (Martin Scorsese).Eine mehrfache Hommage Kurosawas, der in seiner Jugend selbst Maler werden wollte.

Der letzte Traum „Das Dorf der Windmühlen“ erzählt nun wunderschön von diesem Dorf, fernab jeden technischen Fortschritts. Hier wird gerade in einer freudigen Prozession eine 99- Jährige zu Grabe getragen, dass man diesen Film fast wieder zuversichtlich verlässt.


Erst auf dem Heimweg hört man vielleicht wieder von Ferne hinter sich das gespenstische Krachen der Schritte im „Tunnel“.