Los Angeles: Stadt der Filme, Stadt der Begegnungen, Stadt des Schicksals. Nachdem der Spielort mit Short Cuts und Magnolia bereits zwei Referenzen des Episodenfilms hervorgebracht hat, ist hier L.A. in einer weiteren Rolle zu sehen: als Stadt der Vorurteile. Rassismus verhindert als unsichtbare, aber allzu deutliche Trennscheibe die Berührung der Menschen in der modernen Großstadtwelt. „Ich glaube, diese Berührung fehlt uns so sehr, dass wir miteinander kollidieren müssen, um überhaupt etwas zu fühlen“, überschreibt der Film die Handlung. So lässt Regisseur Paul Haggis die Schicksale in Schuld und Sühne aufeinanderprallen. Das Bild des Zusammenstoßes durchzieht als zentrales Motiv den Film: der Zusammenstoß von Autos, von Menschen, von Kulturen. Somit sind es auch jeweils zwei Figuren, die L.A. Crash Szene für Szene in der Tradition des Dialogfilms aufeinanderprallen lässt. Während sich ihre Weltbilder und Lebensgespinste aufreiben, verwebt die Stadt wie die Schicksalsgöttin Parze die einzelnen Fäden zu dem komplexen Gewebe des Episodenfilms. L.A. Crash brilliert durch eine vielseitige Betrachtung der Thematik und durch die spielerischen filmischen Verknüpfungstechniken, die genretypisch für den Episodenfilm sind. Der Film ging aus den diesjährigen Oscar-Verleihungen als Überraschungssieger hervor und gewann den „Academy Award“ unter anderem als „Bester Film“ mit „Bestem Original-Drehbuch“.
L.A. Crash
– So, 15. Januar 2006Eingestellt unter: Filmdatenbank, H - S
