Komm näher

Mathilda ist eher von der wilden Sorte. Als die „Grossstadtkriegerin“ gerade mal wieder einen Job als Großküchenputzfrau verloren hat, rennt sie den Polizisten Bronski über den Haufen – oder er sie. Der Zufall will es, dass sich die beiden später noch einmal wiedersehen, weil er bei ihr nach dem rechten schauen muss nach einer Lärmklage der Nachbarn. Es wird der Beginn einer fragilen Beziehung. Fragil sind auf die ein oder andere Art alle Beziehungen in diesem Film, dessen einzelne Handlungsstränge eher thematisch verbunden sind, als dass sie künstlich zusammengeführt werden. So bleiben manche Geschichten einfach nebeneinander stehen, andere berühren sich, laufen auf einander zu oder von einander weg, ganz wie die Protagonisten selbst. Sogar die Schauspieler wurden während der Dreharbeiten über den Plot und den Zusammenhang der Szenen im Dunkeln gelassen und kannten nur ihren eigenen „Charakter“, den sie selbst ausarbeiten und entwickeln durften. Nähe und Distanz und der Versuch beides herzustellen, mal brachial, mal vorsichtig, mal unbeholfen, sind das verbindende Thema der feinfühlig erzählten Episoden. Mit Leichtigkeit, zärtlich, rauh und berührend erzählt Komm näher von Menschen in der Stadt, von Begegnungen und Beziehungen, den ersten und den nächsten Schritten. Präzise beobachtet, mit Gespür für Nuancen und Situationen, verwebt Vanessa Jopp (Vergiss Amerika) sieben Schicksale zum tragikomischen, wundersam wirklichen Großstadtreigen über die Liebe in den Zeiten der Einsamkeit. Ein unterhaltsamer Film für einen lauen Sommerabend, in dessen Geschichten man eintauchen kann, ohne Gedankenlos in ihnen untergehen zu müssen.