Katze im Sack

Das Zebra und das Weitwinkel-Kino Singen bringen nun schon seit über einem Jahr in produktiver Zusammenarbeit Filme von jungen, deutschsprachigen Regisseuren auf die Leinwände. Das Konzept ist klar: es geht vorwiegend um Debut-Filme aus diesen unseren Landen und darum, was diese Filme uns an Welt-und Gegenwarts-sicht mitteilen können. Darüber hinaus gilt unser Interesse der Situation, in der sich die FilmemacherInnen von morgen befinden und was sie dem Kino Innovatives zu bieten haben. Das hier nicht wenig zu sagen ist, hat der Regisseurbesuch von Christoph Hochhäusler im letzten Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir freuen uns nun, Ihnen mit Florian Schwarz einen weiteren, jungen Regisseur in beiden Kinos (am 17. Mai im Weitwinkel, am 18. Mai im Zebra) vorstellen zu können.
Katze im Sack ist ein hardboiled melodram oder ein „Liebesfilm für alle, die keine Liebesfilme mögen“ (aus dem Pressematerial).
Als die Kellnerin Doris zurück in ihr Zugabteil kommt, sitzt dort auf einmal Karl – und stört. Der smarte Draufgänger platzt nicht nur in ihr Abteil und später in ihre Karaokebar, sondern auch in ihre seltsame Affäre mit dem alternden Voyeur Brockmann. Als Doris in Leipzig aussteigt, entscheidet sich Karl spontan ihr zu folgen. Obwohl aneinander interessiert, bleiben Karl und Doris gefangen in ihren coolen Rollen. Dabei haben beide nichts zu verlieren, außer einer ungewöhnlichen Wette. Und die führt bis ans Ende einer abenteuerlichen Nacht voller betrunkener Karaokesänger, sexlüsterner Schwestern und fürsorglicher Zuhälter.
Der Filmdienst urteilt über den besten Nachwuchsfilm der Berlinale 2004 (first steps award) und den Ophüls-Preisträger 2005 (für bestes Drehbuch und beste Filmmusik):
„Eine absolute Entdeckung. Die Story wirkt rätselhaft, unter ständigen Perspektivwechseln verknüpft der düstere Thriller das Schicksal seiner Figuren. Schwarz´ Film lebt von der Musik (Slut, 2Raumwohnung) und einer flirrenden, musikalischen Kamera. Atmosphärisch ist der Film stellenweise ein Meisterwerk durch die Art, wie er zwischen Hoffnung und Enttäuschung oszilliert, zwischen Traum und Erwachen, Schund und Pop – Magische Momente voller Glück und Resignation.“

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