Hwal – Der Bogen

Korea 2005; 90 Min.; OmU
Regie: Kim Ki-Duk; mit: Han Yeo-reum, Seo si-jeok u.a.

Ein alter Mann zieht fernab jedweder „Realität“ auf seinem Fischerboot ein junges Mädchen heran, das er im frühen Kindesalter entführte. An ihrem siebzehnten Geburtstag will er sie heiraten. Bis dorthin sind es nur noch wenige Monate…
Zunächst scheint, zumindest seinem Glück nichts im Wege zu stehen:
Das Mädchen liebt ihn, vertraut ihm, fühlt sich beschützt von ihm und ist ganz und gar glücklich in der Welt, die der alte Mann für sie geschaffen hat. Doch in dem Moment, in dem ihr, in Form eines jungen Mannes, der Gast auf dem Fischerboot ist, eine andere, neue Welt eröffnet wird, weit abseits der Einsamkeit und der Weite des Meeres, nimmt das Drama seinen Lauf. Die Zuneigung des Mädchens zu dem jungen Gast, muss unweigerlich die Pläne des alten Mannes zerstören und die beklemmende Situation draußen auf dem Wasser beginnt zu eskalieren…

Ein Film über Liebe und Schuldigkeit, Macht und Verzweiflung, Recht und Unrecht, Freiheit und Einsamkeit. Ein Film über die Menschen.

Auch wenn Kim Ki-Duk sein „filmisches Selbst“ mit diesem Film sicherlich nicht neu erfindet, so wäre es dennoch falsch zu sagen, man kenne „die Geschichte“ bereits. Im Grunde genommen, ist diese Geschichte schlichtweg völlig anders als alle anderen zuvor.
Und darin liegt auch ein Stück weit die Bannkraft, insbesondere dieses neuen Kim Ki-Duk Films: Der Meister schafft es, aus den immer gleichen Bausteinen völlig andere Gebilde zu konstruieren in denen sich der Besucher fremd fühlt, ohne sich zu verlaufen.
Und auch wenn es sich bei „Der Bogen“ um einen klassischen Kim Ki-Duk im Stile von „Seom – Die Insel“ oder „Frühling, Sommer, Herbst, Winter …und Frühling“
handelt, überrascht der Film mit nie da gewesener Farbigkeit und musikalischer Präsenz, die dem Ganzen eine neue, sehr individuelle Stimmung verleihen.
In diesem Sinne: Ein völlig „neuer Klassiker“ für Kim Ki-Duk-Fans und solche, die es werden wollen.