Donzdorf, ein kleiner Ort mit 11.000 Einwohnern am Rande der Schwäbischen Alb. Hier hat Nuclear Blast Records, das weltweit größte unabhängige Metal-Label der Welt, seinen Sitz. Markus Staiger, der größte Arbeitgeber der Stadt und „President of Nuclear Blast“, wird überall gern gesehen, auch wenn er meist in Gesellschaft skurriler Gestalten anzutreffen ist. Da ergeben sich dann Szenen, deren Komik sich oft erst auf den zweiten Blick erschließt. International erfolgreiche Heavy-Metal Musiker treffen sich zu Gesprächen mit Markus Staiger in einer urschwäbischen Gaststätte in Donzdorf und unterhalten sich bei gutbürgerlicher Küche über Plattenverträge und Konzerttermine. Nebenher läuft Volksmusik.
Andreas Geiger geht in seiner Dokumentation der Frage nach, wieso gerade in der Idylle der schwäbischen Provinz das Geschäft mit dem Metal floriert. Nicht nur die Produktion der Musik, sondern auch der Großteil seiner Fans kommt vom Lande. Das Miteinander von Heavy-Metal-Szene und beschaulichem Dorfleben macht deutlich, dass diese Musikkultur längst zum Landleben dazugehört. Wer dachte, lange Haare und Röhrenjeans würde kein Mensch mehr tragen, wird eines Besseren belehrt. Auf dem Land gibt es Metal-Fans in allen Altersklassen und gesellschaftlichen Schichten. Garniert wird die Doku mit Musik und Ausschnitten aus Clips der erfolgreichsten Bands des Labels. Andreas Geigers fünfter Dokumentarfilm ist skurril und komisch und absolut sehenswert. Auch wenn ihr kein Metalhead sein solltet, werdet ihr an diesem Film eure Freude haben!
Deutschland 2006; 60 Min.
Regie: Andreas Geiger; mit Musik von Dimmu Borgir, Kataklysm, Meshuggah, Sonata Arctica, Nightwish, Amon Amarth, Disillusion u.a.; FSK ab 6