Schlomo ist ein ganz gewöhnlicher jüdischer Junge aus Tel Aviv. So scheint es zumindest für seine Umwelt zu sein. Doch Schlomo, wie Salomon genannt wird, hat ein Geheimnis. Ein Geheimnis, das sein Leben gerettet hat und es jetzt wieder zerstören könnte.

Schlomo ist Christ. Mit neun Jahren gab seine Mutter ihn im Zuge einer Rettungsaktion von Äthiopien nach Israel. Als Jude kann ihm geholfen werden, so glaubt die Mutter und rettet ihren Sohn vor dem sicheren Hungertod, indem sie ihm seine Lebenslüge aufbürdet. Für Schlomo beginnt nun ein Leben in einer zweigeteilten Sicherheit: Für sein Überleben ist nun gesorgt, doch was, wenn die Lüge auffliegt? Nicht nur mit den Regeln eines neuen Heimatlandes muss er sich vertraut machen, sondern mit einer ganzen Religion, über die er eigentlich bereits alles wissen sollte.

Doch obwohl Schlomo mit der Zeit Vertrauen zu seinem Umfeld und seinen Adoptiveltern fasst, traut er sich nicht, die Wahrheit zu sagen. Zu groß die Angst, er müsste das Land, das er jetzt als Heimat angenommen hat wieder verlassen. So treibt er sich selbst immer weiter in seine Lüge hinein. Doch wie so oft im Leben verändert die Liebe alles, denn durch sie rückt der Tag immer näher, an dem Schlomo sich den anderen wie auch sich selbst stellen muss.

Geh und lebe stellt Fragen nach der Identität. Wie viel ist sie wert? Was entscheidet darüber? Kann man seine Wurzeln jemals verleugnen? Was ist Heimat? Bin ich mein Land? Bin ich meine Religion? Wie viel bleibt dann noch von mir übrig? Wie viel bleibt von mir übrig, wenn andere feststellen dass ich nicht bin, was ich zu sein scheine? Fragen, die sich jeder Mensch stellen muss. Auch wenn sich nicht jeder in einer derart extremen Situation wie Schlomo befindet, gilt dieser Film über seine Geschichte hinaus als Parabel bezüglich der Frage: „Wer bin ich? Und wer oder was entscheidet darüber?“
Ein Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte…